08.03.2007 11:20 |

"Ein Riesenskandal"

Wirbel um Prügel-Affäre im Seniorenheim

Verrückte Welt im Salzburger Seekirchen: Im Seniorenheim wurde eine betagte Frau im Nachtdienst von einem süchtigen Pfleger brutal geprügelt. Der Fall wurde nie aufgeklärt - doch die Stadt feuerte einen anderen, unschuldigen Pfleger, weil er angeblich Unterlagen über den Fall weitergegeben hatte. Er bekommt jetzt volle Entschädigung.

Der Fall schockierte ganz Salzburg: Ein süchtiger Pfleger prügelte im Nachtdienst eine betagte Bewohnerin des Seekirchner Seniorenheims. Die Frau war mit blauen Flecken übersät. Sie verlor nach dem Vorfall die Lust am Leben und starb bald danach.

Die Affäre wurde mehr als ein Jahr lang vertuscht - erst ein Bericht der "Krone" ließ alles auffliegen. Die Stadtgemeinde reagierte eigenwillig: Während der süchtige Pfleger ohne Aufsehen gegangen wurde (die Verfahren gegen ihn wurden eingestellt!), traf einen völlig unschuldigen Kollegen im Heim der volle Zorn des Bürgermeisters.

Vergleich zugunsten des unschuldigen Pflegers
Weil der sehr engagierte Pfleger verdächtigt wurde, die erschütternden Dokumente und Fotos über die Affäre weitergegeben zu haben, feuerte ihn die Stadtgemeinde. Fürs Arbeitsgericht stand schnell fest: Es gab keinen Grund zur Entlassung, weil Reinhard B. unschuldig ist! Doch Seekirchen legte Berufung ein und musste jetzt einen Vergleich schließen: Der Pfleger hört im Seniorenheim auf - er bekommt alle Ansprüche samt Urlaub und Abfertigung ersetzt und dürfte anderswo zu arbeiten beginnen.

Stadtrat verärgert über "Riesenskandal"
"Ein Riesenskandal", ärgert sich Stadtrat Helmut Naderer: "Da wurde ein Unschuldiger beruflich vernichtet. Die Stadt bezahlt aus Steuergeld eine Million Schilling, um diese Prügelaffäre zu vertuschen, und schüchtert vorbeugend alle Mitarbeiter ein!"

Von R. Redtenbacher; Symbolbild

Freitag, 07. Mai 2021
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