05.03.2007 13:51 |

Autobombe

26 Tote bei Anschlag auf Markt in Bagdad

Bei einem Terroranschlag auf einen beliebten Buchmarkt im Zentrum von Bagdad sind am Montag 26 Iraker ums Leben gekommen. Die irakische Nachrichtenagentur Aswat al-Irak berichtete, 54 weitere Zivilisten seien durch die Explosion der Autobombe verletzt worden. Mehrere Geschäfte wurden zerstört.

Es war der erste größere Anschlag in der irakischen Hauptstadt seit drei Tagen. Er erfolgte kurz nach Beginn einer Großrazzia im schiitischen Stadtviertel Sadr City.

Die Sicherheitsoffensive von fast 1.200 irakischen und amerikanischen Soldaten galt der Mahdi-Miliz des radikalen schiitischen Predigers Moktada al Sadr. In der südlichen Stadt Kerbala wurde außerdem das Haus eines Milizführers gestürmt, wie die US-Streitkräfte mitteilten. Am Wochenende hatte der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki angekündigt, er werde im Zuge einer Regierungsumbildung die Gefolgsleute Al Sadrs aus seinem Kabinett entlassen.

Das irakische Innenministerium gab unterdessen die Verhaftung des zweiten Mannes an der Spitze der sunnitischen Terrororganisation "Islamischer Staat im Irak" bekannt. Das Ministerium erklärte, Abdullah Latif al-Jaburi sei am Sonntag in der rund 100 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Ortschaft Duluiya bei einer Razzia gefasst worden.

Sunniten haben sich wiederholt beschwert, dass die am 14. Februar begonnene Sicherheitsoffensive nur gegen sie gerichtet sei, während die in der Regierung mehrheitlich vertretenen Schiiten ungeschoren blieben. Diesem Eindruck sollte die jüngste Großrazzia offenbar entgegen wirken. Gleichwohl gingen die Angriffe sunnitischer Aufständischer weiter. In Bagdad schossen sie auf schiitische Pilger und töteten mindestens sieben von ihnen. Bei Kämpfen in der westirakischen Provinz Anbar wurden nach US-Angaben drei amerikanische Soldaten getötet.

Symbolbild