04.03.2007 13:13 |

Mit letzter Kraft

Skifahrer rettet sich selbst aus Lawine

Glimpfliches Ende eines Lawinenabgangs in Sportgastein (Salzburg): Ein Schneebrett riss einen Skifahrer auf der Nordabfahrt am Kreuzkogel mit. Mit letzter Kraft befreite er sich selbst aus den Schneemassen. Weil er seinen Kamerden nicht fand, löste er Alarm aus. Sein Gefährte stand zum Glück unverletzt auf einer Bergkante.

Früher war die Nordabfahrt am Gasteiner Kreuzkogel eine kontrollierte Skiroute, doch jetzt ist sie eine bei Tourengehern und Pistenflitzern gleichermaßen beliebte Variantenabfahrt.

Am Samstag, kurz nach 15 Uhr, stiegen zwei Variantenfahrer, beide 36 Jahre alt, in den Hang ein. Dabei dürfte einer von ihnen ein Schneebrett ausgelöst haben. Die Lawine riss den Arzt aus Wien 30 Meter mit in die Tiefe. Er wurde verschüttet, konnte sich aber mit letzter Kraft an der Oberfläche halten und letztendlich selbst befreien. Als er allerdings seinen Freund, einen grazer, nicht mehr fand, begann er den Lawinenkegel abzusuchen.

Zwei andere Tourengeher, die den Vorfall beobachtet hatten, alarmierten sofort mit dem Handy die Polizei. "Wir wollten gerade zum Einsatz aufbrechen, in dem Moment kam aber schon die Entwarnung", schildert der Gasteiner Bergretter Roland Pfund. Denn jener in den Schneemassen vermutete Skifahrer stand unbeschadet hinter einer Bergkante.

"Sein Kamerad sah ihn nicht, erreichte ihn aber dann am Handy", schildert Polizist Herbert Stock. Unverletzt fuhren die beiden ins Tal hinunter. Peter Gruber von der Salzburger Bergrettung: "Obwohl nicht viel Schnee liegt, darf die Lawinensituation nicht unterschätzt werden. Denn die milden Temperaturen und durch Stürme bedingte Schneeverfrachtungen ist die Schneedecke nicht wirklich am Boden gefestigt, sondern liegt sehr locker. Es besteht akute Rutschgefahr!"

Von Max Grill; Symbolbild

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