23.02.2007 15:33 |

Ärzte beklagen sich

2.300 E-Card-Pannen pro Tag in Österreich

Der österreichische Hausärzteverband (ÖHV) klagt über "Pleiten, Pech und Pannen" beim E-Card-System. Laut Berechnungen des Verbands gibt es 2.300 Pannen mit E-Cards pro Tag in Österreichs Ordinationen. Hauptgrund sei, dass es bei Jobverlust oder -wechsel vier bis sechs Wochen dauern könne, bis die Daten durch die Sozialversicherung aktualisiert würden. Währenddessen sei der Patient "gesperrt".

"Das führt dazu, dass das Arzt-Patienten-Verhältnis zerstört wird", meinte der ÖHV-Generalsekretär Jachimowicz am Freitag, "weil der Hausarzt mit dem Ärger des Patienten in der Ordination konfrontiert ist, meist, ohne ihm helfen zu können." Zwar wurde vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger ein täglicher E-Card-Datenabgleich versprochen, aber offenbar gebe es "systemimmanente Mängel", klagte Jachimowicz.

Jachimowicz rät daher Betroffenen, sich an die Bezirksstelle ihrer Krankenkasse zu wenden und sich dort eine Bescheinigung zu holen, dass man versichert sei. Ein weiterer Vorschlag des ÖHV ist, dass Arbeitgeber ihren neuen Mitarbeitern eine Bestätigung mitgeben, die dann vom Arzt als Beweis einer Versicherung akzeptiert werden könnte. "Diese Vorgangsweise müssten wir mit dem Hauptverband allerdings erst abklären", relativiert Jachimowicz.

Der ÖHV appellierte an den Hauptverband, seine Serviceleistungen generell zu verbessern. So würden nach Darstellung des Präsidenten der ÖHV-Landesgruppe Wien, Manfred Weindl, Versicherte, die auf Grund von Arbeitslosigkeit oder Studium-Ende oder Erreichen des 18. Lebensjahres ihren Versicherungsschutz verlieren, nicht informiert.

Freitag, 18. Juni 2021
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