23.02.2007 15:37 |

Skandal in Kärnten

14-Jähriger darf Schule nicht besuchen

Nach dem Drama um die Linzer Geiselkinder ist nun ein ähnlicher Skandal in Kärnten bekannt geworden. So soll eine 43-jährige Villacherin ihrem Sohn bereits seit 1999 nicht erlauben, die Schule zu besuchen. Die Frau dürfte geisteskrank sein; das Gericht verschleppt den Fall seit fünf Jahren.

Aufgeflogen ist der Skandal nach einem Anruf bei der Polizei. Ein 14-Jähriger und sein älterer Bruder würden von ihrer Mutter eingesperrt, hieß es. Der jüngere dürfe seit Jahren nicht in die Schule. Zwei Beamte wurden zum Haus der 43-Jährigen geschickt. Polizeijurist Manfred Abwerzger: "Dort haben sie die sehr verwirrte 71-jährige Großmutter angetroffen und mussten daher durch ein Fenster einsteigen."

Ein Polizeiarzt hat dann den 14- und den 21-Jährigen untersucht. Abwerzger: "Es geht ihnen körperlich gut; sie sind auch keine Gefahr für sich oder andere."

Als die Mutter heimkam, eskalierte die Situation: "Sie schrie unsere Beamten an, sie hätten ein Baby umgebracht. Die Frau wurde ins Zentrum für seelische Gesundheit eingewiesen. Die Burschen belässt der Magistrat bei der Oma."

Eine Entscheidung, die heftig kritisiert wird. Abwerzger: "Der Jüngere war wohl seit 2003 nicht in der Schule, der altere Bruder arbeitet nicht. Beide scheinen nicht hinaus zu dürfen. Den Behörden ist der Umstand zwar bekannt, passiert ist unseres Wissens aber noch nichts."

Als der heute 14-jährige Bub 1999 eingeschult hätte werden sollen, soll die Frau das mit der Ausrede "wir ziehen nach Kanada" verhindert haben. Als er mit zehn wieder in die Schule kam, war er nahezu Analphabet. Nach kurzer Zeit blieb er wieder fern, bis jetzt. Dem Jugendamt scheinen die Hände gebunden; seit fast drei Jahren hat man den Burschen zwar nicht mehr gesehen, muss aber eine Entscheidung des Gerichts abwarten.

Kronen Zeitung

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