22.03.2007 13:05 |

Zum Auftauen

Riesentintenfisch soll in die Mikrowelle

Der vor einem Monat von neuseeländischen Fischern in der Antarktis gefangene Koloss-Kalmar soll in die Mikrowelle. Allerdings nicht, um anschließend genüsslich verspeist zu werden, sondern um ihn aufzutauen und genauer untersuchen zu können.

Die Fischer hatten den zehn Meter langen und etwa 450 Kilogramm schweren Tintenfisch nach dem Fang umgehend eingefroren, um ihn zu konservieren. Jetzt wollen Wissenschaftler des Museums Te Papa Tongarewa in Neuseeland den größten Kraken, der jemals gefangen wurde, genauer untersuchen.

Zu diesem Zweck soll der Kalmar allerdings in die Mikrowelle: Würde man den Fisch nämlich einfach auftauen lassen, bestünde die Gefahr, dass das Äußere des Körpers bereits verwest, während das Innere des Fisches noch gefroren ist. Essen könnte man ihn ohnehin nicht: Die Tintenfischringe vom Ausmaß eines Traktorreifens sollen nur nach Ammoniak schmecken.

Zufälliger Fang in der Antarktis
Die Fischer waren Berichten neuseeländischer Medien zufolge auf der Jagd nach Seehechten. Den Kalmar fingen sie, weil er einen der an der Leine hängenden Hechte fraß und so mit nach oben gezogen wurde. "Der Kalmar war schon fast tot, als er die Oberfläche erreichte", sagte Fischerei-Minister Jim Anderton. Das Tier wurde in einer zwei Stunden dauernden Aktion geborgen und eingefroren.

Gewaltige Wesen aus der Tiefe
Koloss-Kalmare (Mesonychoteuthis hamiltoni) leben in ein bis zwei Kilometern Tiefe vor allem in den Gewässern der Antarktis. Die kompakt geformten Tiere werden noch mächtiger als die weitaus bekannteren Riesenkalmare (Architeuthis). Zusammen mit den acht relativ kurzen Fangarmen und zwei Tentakeln mit langen Hakenkrallen daran erreichen sie eine Länge von etwa 13 Metern. Große, kräftige Flossen weisen die dunkelrosa gefärbten Kalmare mit den sehr großen Augen als schnelle Schwimmer aus.

Über die zu den Zehnarmigen Tintenfischen zählenden und Anfang des vergangenen Jahrhunderts erstmals wissenschaftlich beschriebenen Tiere ist bislang wenig bekannt, da fast alles Wissen von den wenigen Exemplaren stammt, die zufällig von Fischtrawlern gefangen wurden.

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