23.02.2007 08:54 |

Bereits mumifiziert

49-Jähriger lebte zwei Monate neben toter Mutter

Acht Wochen aß, trank und schlief der 49-jährige Werner K. neben seiner toten Mutter (85). Die mumifizierte Leiche lag all die Zeit im Fernsehsessel. Der arbeitslose Sohn verbarrikadierte sich in der gemeinsamen Wohnung in Korneuburg (Niederösterreich), um die Rente weiter zu kassieren! Anrainer schlugen nun wegen Verwesungsgeruch Alarm.

"Der Werner lebte schon immer sehr zurückgezogen. Doch seit Dezember ließ er überhaupt niemanden mehr in die Wohnung", erzählt Nachbar Werner Vranek (23). Seit dem Ableben seiner Mutter Hedwig schloss sich der beschäftigungslose Fotograf daheim ein. Um den Leichengeruch zu übertünchen, lüftete er jeden Morgen kräftig durch. Die Einkäufe ließ er von einer Bedienerin erledigen. Diese musste die Lebensmittel durch die Fenster im Erdgeschoß reichen. Hinter die versperrte Türe durfte sie genauso wenig wie Werner K.s Lebensgefährtin.

Am Montag beklagte sich schließlich ein Anrainer bei der Polizei über den fürchterlichen Geruch. Kurze Zeit später klopften Sozialarbeiter am Eingangstor des "Horror-Hauses". Auf die Frage, wo seine Mutter sei, antwortete der 49-Jährige: "Sie ist unterwegs." Nach anfänglichem Widerstand sperrte er auf. Die Einsatzkräfte entdeckten die mumifizierte Leiche - im Schlafrock - auf dem Sessel. Eine Obduktion soll Klarheit schaffen. Werner K. wurde in die Psychiatrie gebracht.

Von Gregor Brandl

 

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