21.02.2007 08:05 |

Kampfjet-Ausschuss

EADS-Lobbyist Trauzeuge von Airchief Wolf

Verteidigungsminister Darabos ist von „Airchief"“ Erich Wolf „enttäuscht“. Im Eurofighter-Untersuchungsausschuss war bekannt geworden, dass Wolf mit dem obersten EADS-Lobbyisten in Österreich, Erhard Steininger, befreundet ist und dass Steininger dessen Trauzeuge war. „Das wusste ich nicht und es ist auch kein gutes Bild“, sagte Darabos dazu in der „ZiB 2“ am Dienstagabend.

Suspendiert wird der für die Eurofighter-Einführung zuständige Wolf jedoch nicht, betont Innenminister Platter: „Vorverurteilungen gibt es aus meiner Sicht nicht.“ Es gebe eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft, deren Ermittlungen werde er nun abwarten.

Eurofighter-Party kein Ausstiegsgrund
Darabos betonte im Fernsehen einmal mehr, dass sein erstes Ziel der Ausstieg aus dem Eurofighter-Kaufvertrag sei. Allerdings könne dies nur gelingen, wenn der U-Ausschuss Gründe dafür finde, sagte Darabos. Als Alternative strebt er eine Verbilligung des Deals an. Informelle Gespräche mit EADS gibt es nach Angaben des Ministers bereits. Kein Ausstiegs-Grund ist aus seiner Sicht die von EADS finanzierte Eurofighter-Feier am Fliegerhorst Langenlebarn.

Grasser-Reise im Visier
Der Eurofighter-Untersuchungsausschuss hat unterdessen ein Gutachten zu diversen Sponsoring-Aktivitäten von EADS sowie der Reise des ehemaligen Finanzministers Grasser zum EADS-Werk in Manching beantragt. Josef Aicher vom Institut für Unternehmens- und Wirtschaftsrecht der Uni Wien wird als Sachverständiger eingeladen, diese Vorkommnisse in Hinblick auf den so genannten Code of Business Conduct zu prüfen.

Montag, 14. Juni 2021
Wetter Symbol