15.02.2007 20:17 |

Neuer Vizepremier

Iwanow zum russischen Vizepremier ernannt

Der bisherige russische Verteidigungsminister Iwanow wird zum ersten Stellvertreter des Regierungschefs befördert. Mit seinem neuen Aufgabenbereich könne Iwanow das Amt des Ministers "natürlich" nicht mehr ausfüllen, erklärte Präsident Putin am Donnerstag. Zum neuen Verteidigungsminister wurde daher der Chef der Steuerbehörde, Anatoli Serdjukow, ernannt.

Iwanow gilt als möglicher Nachfolger von Putin als Staatschef. In Russland finden im März 2008 Präsidentenwahlen statt, bei denen Amtsinhaber Putin laut Verfassung nicht wiederkandidieren kann.

Überraschend teilte Putin mit, in Übereinstimmung mit Ministerpräsident Fradkow habe er Iwanow einige Zuständigkeiten in der Wirtschaftspolitik übertragen. Er bleibe weiterhin für die Rüstungsindustrie verantwortlich. Putin erklärte, er wolle "den Verantwortungsbereich von Sergej Iwanow erweitern".

Als Erster Stellvertretender Ministerpräsident steht der 54-jährige Ex-Geheimdienstler auf einer Stufe mit Dmitrij Medwedew, der ebenfalls als potenzieller Kandidat für die Putin-Nachfolge gilt und eher im Ruf eines Liberalen steht.

Karriere begann beim KGB
Iwanow stammt wie Putin aus St. Petersburg, dem früheren Leningrad. Beide kennen sich seit den 70er Jahren und haben ihre Karriere beim sowjetischen Geheimdienst KGB begonnen. Mit mehr als 20 Jahren Dienstzeit beim KGB und dessen Nachfolgeorganisation FSB hat er enge Kontakte zur Militär- und Geheimdienstszene.

Als Auslandsagent war er unter anderem in Schweden, in Großbritannien und in Kenia eingesetzt. Die Umbesetzung in der russischen Regierung kam für Außenstehende völlig unerwartet.