09.02.2007 08:17 |

Bitte an UNO

Serbien für Verschiebung der Kosovo-Gespräche

Die serbische Führung hat am Donnerstag offiziell eine Verschiebung der geplanten Kosovo-Gespräche mit dem UNO-Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari beantragt. Die Gespräche sollten vertagt werden, bis sich das neue serbische Parlament konstituiert habe, erklärte das Büro von Staatspräsident Tadic. Ahtisaari hofft indessen auf eine Lösung des Streits um die serbische Provinz noch vor Ende Juni.

Die serbische Parlamentssitzung, auf der auch eine Resolution gegen die Vorschläge Ahtisaaris zur Zukunft des Kosovos beschlossen werden soll, soll in etwa einer Woche stattfinden. Ahtisaari hatte Serben und Kosovo-Albaner, die seine Initiative begrüßen, für den 13. Februar nach Wien geladen, um ihnen seinen Plan zu erörtern, um mögliche Änderungen vorzunehmen.

Ahtisaari signalisierte am Donnerstag, auf die Forderung Belgrads einzugehen und die Abschlussverhandlungen über den künftigen völkerrechtlichen Status der südserbischen Provinz zu verschieben. Der UNO-Vermittler hatte vergangene Woche die Abtrennung der Provinz Kosovo von Serbien und ihre de-facto-Unabhängigkeit unter internationaler Aufsicht vorgeschlagen. Belgrad kämpft für den Verbleib des Kosovo im serbischen Staatsverband; die Führer der albanischen Mehrheitsbevölkerung im Kosovo wollen die völlige Unabhängigkeit erreichen.

Die endgültige Entscheidung über den künftigen Status des Kosovos fällt im UNO-Sicherheitsrat. Die Zukunft des Kosovo wird am Freitag auch ein Thema beim so genannten NATO-Russland-Rat in Sevilla sein. Während die NATO-Verteidigungsminister am Donnerstag die Vorschläge Ahtisaaris für eine überwachte Souveränität der serbischen Provinz begrüßten, hat sich Russland kritisch darüber geäußert. Die österreichische Regierung erwägt unterdessen ein erhöhtes ziviles Engagement im Kosovo.