02.02.2007 17:39 |

Banken-U-Ausschuss

Weninger sagt gar nix, Verzetnisch wenig Neues

Ex-ÖGB-Chef Verzetnitsch hat am Freitag vor dem Banken-U-Ausschuss zur BAWAG-Causa ausgesagt. Er habe im Dezember 2000 zum ersten Mal "mit Entsetzen von den dramatischen Verlusten" der Bank erfahren, sagte Verzetnitsch. Ihm sei gesagt worden, dass eine einzelne Personen sich über die Kontrollmechanismen hinweg gesetzt habe.

Der damalige BAWAG-Aufsichtsratschef Weninger und Ex-BAWAG-Chef Elsner hätten ihn davon informiert, dass Wolfgang Flöttl sich über alle Kontrollmaßnahmen hinweggesetzt habe und es dafür auch ein Geständnis gebe. Im Jänner 2001 sei dann von Weninger, Elsner und dem Bankprüfer ein Ausweg samt Sanierungsvorschlag dargestellt worden. Am Ende sei es am sinnvollsten erschienen, eine Haftungserklärung des ÖGB abzugeben, so Verzetnitsch. Nur Weninger, Elsner und der Wirtschaftsprüfer seien davon informiert gewesen.

Es sei ihm versichert worden, dass der Schaden über die Jahre abgearbeitet werden könne. Über das Versagen der bankinternen Kontrolle in der BAWAG selbst sei er nicht informiert worden. Das Geld sei tatsächlich verspekuliert worden.

Keine Aussage von Weninger
Vor Verzetnitsch entschlug sich Ex-ÖGB-Finanzchef und Ex-BAWAG- Aufsichtsratsvorsitzender Weninger der Aussage. Er verwies darauf, dass gegen ihn bereits Strafverfahren und Schadenersatzklagen laufen. Er bitte daher um Verständnis, seine Interessen wahren zu müssen.

Befragt wurde auch Finanzmarktaufsicht-Vorstand Traumüller. Seinen Aussagen nach hat die Oesterreichische Nationalbank nach dem kritischen Prüfbericht 2001 darauf gedrängt, dass es bei der BAWAG-Prüfung 2003 zu einem anderen Prüfinhalt kommt, als die BAWAG-Expertenkommission beschlossen hatte. Nach dem BAWAG-Prüfbericht 2001 hätten in der Nationalbank alle Alarmglocken läuten müssen, so Traumüller.

Donnerstag, 24. Juni 2021
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