01.02.2007 08:37 |

Mitleids-Masche

"Neffenbande" bringt Frauen um Ersparnisse

Hochaktiv ist erneut jene unverschämte Neffenbande, die bereits 66 betagte Damen um ihre Ersparnisse brachte. Die dreisten Ostkriminellen geben sich gegenüber ihren Opfern am Telefon als in Not geratene Angehörige aus und nötigen diesen dann mit der Mitleidstour teils enorme Summen ab. Bisheriger Schaden: 450.000 Euro!
Und so funktioniert der Neffentrick: Auf ihre betagten Opfer kommen die Betrüger mit Hilfe des Telefonbuches, indem sie bei Damen mit früher gebräuchlichen Vornamen anrufen. "Hallo, liebe Tante Marlene, kennst mich noch, ich bin dein Neffe aus Deutschland", gibt sich ein Gauner am Telefon bei einer betagten Frau aus. In dem Moment, wo das verunsicherte Opfer einen Namen nennt, etwa: "Bist es du, Uwe?", schnappt die dreiste Falle zu.


"Der vermeintlich enge Verwandte sagt freudig ja und übt sofort massiven Druck aus. Er erklärt, dass er dringend eine größere Summe Geld brauche, weil er tief im Schlamassel stecke", so Major Gerhard Winkler vom Wirtschaftsdezernat der Kriminaldirektion 1.


Gespräche per Wertkartenhandy

Zur Auszahlung erscheint flugs ein Bote, der mit der Beute rasch über alle Berge ist. "Erstgespräche werden etwa per Wertkartenhandy aus Polen geführt, die Verfolgung ist extrem schwierig", so ein Ermittler.


Obwohl Boss Ancelko A. und der Vieltelefonierer Manfred H., der fließend Deutsch spricht, steckbrieflich gesucht werden, schlagen diese laufend in Österreich zu. "In letzter Zeit mehren sich die Attacken", warnt ein Ermittler. Hinweise: 01/31 310/333 50.


Von Florian Hitz
Freitag, 14. Mai 2021
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