¿Krone¿-Forum

Strom ist nicht nur Preisfrage

Wollen die Oberösterreicher möglichst billigen Strom - und hinter ihnen die Sintflut? Nein, sie wissen, dass Strom ein Produkt mit vielen wirtschaftlichen und ökologischen Facetten ist, das man nicht nur über die bloße Kostenfrage diskutieren sollte. Das zeigte das spannende „Krone“-Forum zur Strompreisentwicklung.

Mit Dr. Hans Zeinhofer vom Stromvertrieb der Energie AG und Josef Heizinger von der Linz Strom saßen die zwei größten Stromversorger Oberösterreichs am Podium im Linzer „Krone“-Haus; Dr. Georg Rathwallner vom Konsumentenschutz der oö. Arbeiterkammer übernahm den Part aus Kundensicht; Energie-Landesrat Rudi Anschober (Grüne) trug mit „Krone“-Moderator Fritz Steinbock dazu bei, die Strompreisfrage in größere, auch gesellschaftspolitische Zusammenhänge zu stellen.

So entwickelte sich am Donnerstagabend eine spannende Diskussion, in der es zwar auch darum ging, ob die Stromrechnung der Haushalte in Oberösterreich zu hoch ist. Und ob man zu einem Billiganbieter wechseln sollte, was Zeinhofer und Heizinger vor allem dadurch verhindern wollen, indem sie ihren Strom mit allerlei Serviceleistungen zu einem „Qualitätsprodukt“ aufwerten. AK-Experte Rathwallner jedoch befürwortet solche Wechsel, um den Wettbewerb unter den Stromversorgern anzufachen.

Anschober dagegen plädiert vor allem für das Stromsparen, das mit bis zu 400 Euro im Jahr einem Durchschnittshaushalt weit mehr Geld ersparen kann, als die bis zu 50 Euro, die ein Wechsel des Anbieters bringt: „Energie-Effizienz bietet riesige, auch finanzielle Einsparungschancen, macht uns von Importen unabhängiger, unter denen auch Atomstrom ist, und entlastet unsere Umwelt“, so Anschober. Gemeinsam mit dem Energiesparverband versucht er auch, möglichst viele der 444 Gemeinden in Oberösterreich zu „Energiespar-Gemeinden“ zu machen. 23 konnten dafür gewonnen werden, weitere 50 Gemeinden haben sich schon näher informiert. Zweite wichtige Schiene ist der Ausbau heimischer Energiequellen.

 

 

Foto: Chris Koller

Sonntag, 20. Juni 2021
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