26.01.2007 18:06 |

Putzmittel in Flasche

Pensionist durch "Schluck Wasser" schwer vergiftet

Ein vermeintlicher Schluck Wasser aus einer Trinkflasche, in der sich eigentlich Putzmittel befand, hätte einen 70-jährigen Pensionisten aus dem niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn fast das Leben gekostet. Der Mann erlitt schwere Verätzungen der Speiseröhre und musste im Krankenhaus zwei Mal reanimiert werden – er liegt nun im künstlichen Tiefschlaf.

"Wie konnte das nur passieren?" - die Frage, die nach der tragischen Verwechslung im niederösterreichischen Frauendorf alle beschäftigt. Schon seit dem 15. Lebensjahr hatte Josef S. in der Landwirtschaft und Winzerei seiner "Ersatzfamilie" gearbeitet. Selbst nach der Pensionierung verging kein Tag, an dem er nicht bei der ehemaligen Arbeitsstätte vorbeischaute.

Wie auch am Donnerstag, wo der 70-Jährige seinem Ex-Chef Franz G. beim Schnapsbrennen half. Während der Arbeit dann der folgenschwere Griff zur vermeintlichen Mineralwasserflasche. Das Totenkopf-Etikett hatte Josef S. dabei übersehen. Sofort verätzte die für den Autoputz vorgesehene Lauge sämtliche inneren Organe, mit denen sie in Berührung kam.

"Es war schrecklich. Er spuckte nur noch Blut", so ein geschockter Augenzeuge. Nach zweimaliger Reanimation mussten die behandelnden Ärzte in Wien den schwerverätzten Mann in Tiefschlaf versetzen. Niemand weiß, ob Josef S. noch aufwachen wird.

von Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

Donnerstag, 13. Mai 2021
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