23.04.2003 15:24 |

Sensation

Menschliche Stammzellen durch Jungfernzeugung!

US-Forscher haben eine mögliche Alternative zur umstrittenen herkömmlichen Herstellungstechnik von embryonalen Stammzellen gefunden. Bei dem nun angewandten Verfahren teilt sich die Eizelle einer Frau, ohne vorher durch ein Spermium befruchtet worden zu sein.
Sie wird lediglich durch elektrische oder chemischeImpulse stimuliert. Wie das britische Fachmagazin "New Scientist"(Nr. 2392, S. 17) berichtet, gelang es David Wininger und Kollegenvom Biotech-Unternehmen Stemron (Maryland), unbefruchtete Eizellenbis zum Blastozysten-Stadium durch diese so genannte Jungfernzeugung(Parthenogenese) heranwachsen zu lassen. Aus diesem Embryo-Stadiumkönnen Forscher Stammzellen gewinnen.
 
Der nächste Schritt
Bislang waren derartige Versuche nur mit unbefruchtetemGewebe von Affen und Mäusen gelungen. Der nächste Schrittist es nun, auch die menschlichen Stammzellen in einer Kulturunbefristet weiterwachsen zu lassen. Säugetier-Embryonen,die parthenogenetisch entstanden, können nach Forscher-Auskunftnicht zu lebensfähigen Babys, sondern nur zu einzelnen Gewebenheranwachsen. Damit würden bei ihnen auch ethische Einwändeentfallen, wonach die Entnahme von Stammzellen entwicklungsfähigesLeben zerstört.
 
Parthenogenetisch erzeugte Stammzellen haben nachAuffassung von Wininger den Vorteil, dass sie aus zwei identischenChromosomenpaaren und nicht aus einem mütterlichen und einemväterlichen Teil entstanden sind. Dadurch hätten sieweniger Variationen in den Oberflächen-Proteinen, was beieiner Transplantation des Gewebes wiederum weniger Immunreaktionenhervorrufe. Einen Nachteil hat das Verfahren jedoch auch: Da dazuunbefruchtete Eizellen nötig sind, funktioniert es Frauenjenseits der Menopause und bei Männern bislang nicht. Winingerhofft jedoch, dass eine umfangreiche Bank mit parthenogenetischerzeugten Stammzellen in Zukunft auch Männern und älterenFrauen weiterhelfen könnte.
Dienstag, 22. Juni 2021
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