21.01.2007 18:35 |

FPÖ-Grabenkampf

Strache schließt Stadlers Ausschluss nicht aus

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat als Quelle der zuletzt aufgetauchten Skandal-Fotos Ewald Stadler ausgemacht. Es sei Tatsache, dass "Stadler schon vor Weihnachten mündlich über die Fotos gesprochen hat und diverse Personen das erzählt bekommen haben", sagte Strache am Samstag. Einen möglichen Parteiausschluss Stadlers schloss Strache nicht aus.

Strache erklärt die Vorgänge rund um das Auftauchen der Bilder folgendermaßen: "Tatsache ist, dass Stadler schon vor Weihnachten mündlich über die Fotos gesprochen hat und diverse Personen das erzählt bekommen haben, und dieses Material dann am 27. Dezember mittels Brief an FPÖ-Bürgeranwalt Hilmar Kabas geschickt wurde." Damit sei klar, dass das ganze "von Stadler ausging und vielen Personen gegenüber artikuliert wurde, Stadler aber zu mir nicht gekommen ist", so Strache, der auch gehört habe, dass Stadler "angeblich Dossiers und Archive angelegt haben soll".

Der FPÖ-Obmann sprach weiters von einem "von langer Hand geplanten gezielten Angriff gegen meine Person". "Dahinter steckt System", so Strache kryptisch. Auf Konsequenzen angesprochen wollte Strache nichts ausschließen, auch einen Parteiausschluss nicht. Ein erstes Gespräch mit Stadler soll es bei der Klubklausur Anfang kommender Woche in Waidhofen an der Ybbs geben. "Wir werden das mit Sachlichkeit und Ruhe aufarbeiten."

Gerüchte, wonach es bei der Causa um eine Wiedervereinigung mit dem BZÖ geht, bezeichnete Strache als "absurd" und "krause Theorien der Verschwörungstheoretiker". "Wir wollen mit dem BZÖ nichts zu tun haben, nie mehr."

Die umstrittenen Fotos, auf denen er mit anderen Männern in Uniformen nach eigenen Angaben beim "Gotcha"-Spiel zu sehen ist, sollen in Kärnten entstanden sein und absolut nichts mit Wehrsportübungen zu tun haben. Bei den auf den Bildern unkenntlich gemachten Personen handle es sich um Mitglieder des Pennäler Rings, von denen einige heute "renommierte Persönlichkeiten sind", so Strache, der "mit dem einen oder anderen" noch Kontakt hat. Denn es handle sich um "unbescholtene Bürger", mit den meisten habe er allerdings seit 1990 keine Verbindung mehr.

Strache bestätigte weiters, dass Personen dabei gewesen sind, die "sechs oder sieben Jahre später mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind. Aber dafür trage ich nicht die Verantwortung", so Strache.

Sonntag, 16. Mai 2021
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