18.01.2007 17:40 |

Friedlich, aber laut

500 Studenten demonstrieren in Linz

Friedlich, dafür lautstark ist eine VSStÖ angemeldete Demo gegen die Studiengebühren am Donnerstag in der Linzer Innenstadt verlaufen. Die Polizei zählte rund 500 Teilnehmer, darunter hochrangige oberösterreichische SPÖ-Vertreter und auch einige Pensionisten. "Gusenbauer: Bildungsklauer" und "Schwarz und Rot - Bildungstod!", skandierte der Protestzug.

Mit Transparenten wie "Weg mit Alfred", "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!" oder "Eurofighter putzen für sechs Euro - Nein danke!" sowie Trillerpfeifen machten die Teilnehmer ihrem Unmut Luft. "Wir wünschen uns eine Politik mit Rückgrat", betonte ÖH-Vorsitzende Barbara Blaha vom VSStÖ. Bundeskanzler Gusenbauer sei damit angetreten, übrig geblieben sei aber nur wenig.

"Die soziale Wende haben wir uns anders vorgestellt", sagte die Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Linz, Rebecca Kampl. "Die Studiengebühren müssen weg, weg, weg!", schrien sich die Aktivisten ihren Frust von der Seele. Nach der Botschaft "Wer nicht hüpft, ist ÖVP" verwandelte sich die Gruppe in eine springende Masse.

Auch rote Politiker dabei
Auch rote Landespolitiker wie Parteichef Landeshauptmann- Stellvertreter Haider oder der Linzer Bürgermeister Dobusch ließen sich bei der Kundgebung blicken. Er sehe zwar keine Notwendigkeit für Nachverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP, "aber die Studiengebühren müssen weg" machte Haider klar: "Ich brauche keine Bundesregierung, damit ich um sechs Euro arbeiten kann."

Der neue SPÖ-Bundesgeschäftsführer Winterauer - selbst Mitglied der oberösterreichischen Landespartei, von der sieben der acht entsandten Mitglieder im Bundesvorstand gegen den Koalitionspakt gestimmt hatten - betonte, dass nicht nachverhandelt werde. Es könne aber zu Vereinfachungen und Adaptierungen kommen. Er selbst sei bei der Demo anwesend, um Kritik entgegenzunehmen, sagte er. Auch grüne Politike nahmen an der Kundgebung teil.

Am Nachmittag will die ÖH bei einer Sitzung in Linz die weitere Vorgehensweise diskutieren. Blaha betonte bereits zuvor, dass die Proteste der vergangenen Tagen durchaus Wirkung gezeigt hätten.

Freitag, 25. Juni 2021
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