17.01.2007 19:07 |

Unvereinbar?

Milizverband schießt sich auf Zivildiener Darabos ein

"Ist das nicht unvereinbar?", hinterfragt kritisch der Milizverband. Norbert Darabos hat als junger Mann den Dienst mit der Waffe aus Gewissensgründen abgelehnt. Und ist Zivildiener geworden. Jetzt kann er als Verteidigungsminister in die Situation kommen, Kampfaufträge und Schießbefehle zu erteilen. Norbert Darabos sagt: "Ja, das kann ich."
"Krone":
Ist das nicht irgendwie die Quadratur des Kreises, Zivildiener - Verteidigungsminister?

Darabos:
Es ist schwierig, ehrlich gesagt.

 

Werden Sie auch weiterhin keine Waffe in die Hand nehmen?

Ich bleibe bei meiner persönlichen Entscheidung.


Aber es kann sein, dass Sie im Ernstfall, also bei einer Bedrohung der Neutralität, den Schießbefehl erteilen müssen?

Meine Befehlsgewalt ist nicht beeinträchtigt. Wenn es nach Abwiegen aller Fakten notwendig ist, würde ich natürlich auch konkrete Einsatzplanungen, Kampfaufträge, Schießbefehle erteilen.


Aber ist es nicht ein Widerspruch? Ihre Untergebenen sollen die Waffe in die Hand nehmen, Sie nicht?

Kein Verteidigungsminister nimmt die Waffe in die Hand. Ich bin weltweit auch nicht der einzige Verteidigungsminister, der keinen Dienst beim Heer abgeleistet hat. Die Verteidigungsminister der USA, Richard B. Cheney und William Cohen, sind ebenfalls nicht im Militärdienst gestanden.


An Ressortspitze Generäle, Untaugliche

Norbert Darabos ist jetzt schon der 15. Verteidigungsminister in der Zweiten Republik. An der Spitze dieses Ressorts sind Generäle, Brigadiere gestanden. Aber auch Politiker, die den so genannten weißen Jahrgängen angehört hatten und Untaugliche.


Es ist völlig legitim vom Milizverband, kritisch zu hinterfragen, ob der neue Verteidigungsminister beides unter den Hut bringt: Einerseits aus Gewissensgründen keine Waffe in die Hand zu nehmen. Aber andererseits Soldaten den Schießbefehl zu erteilen.


VON DIETER KINDERMANN
Samstag, 15. Mai 2021
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