¿Mia¿ im Posthof

Zirkus fürs Auge, Rock im Herz

Wer Sonntag im Posthof war, könnte sagen: Die „Mieze“ im Sack gekauft! Und, gewiss: die Berliner „Mia“ haben da rund um ihre unangepasste Frontfrau „Mieze Katz“ keine herkömmliche Rock-Show gezeigt. Mehr Zirkus, Variete. Aber: Die Leute waren begeistert - und rissen ihre 2000 Hände in die Luft!

Ein Butler bringt das Mikrofon. Ein Bär spielt Gitarre. Eine Sängerin verzaubert die Besucher mit einer Zirkusnummer, indem sie minutenlang waghalsig auf dem Trapez turnt. Das alles klingt nicht nach Rockmusik, aber passt aus einem Grund auf eine Rockbühne: Weil es zu „Mia“ passt! Ihren aktuellen Album-Titel „Zirkus“ hat sich die unangepasste Berliner Band gleich zum Programm gemacht: Sie bringt Drama in die Show, hält in Atem - und verzaubert. Denn „die am schönsten rebellierende Stimme der Welt“ steht trotzdem im Vordergrund. Da nimmt man sogar in Kauf, dass der Wunsch nach manchen Hits unerfüllt bleibt.

„Mia“ sind keine Helden, auch keine Engel auf Erden. Aber sie können bei ihren Hörern sogar mit ihrem traurigsten Liebeslied „Dann war das wohl Liebe“ ein warmes Lächeln erzeugen. Und das ist ja neben der Rettung der Welt wohl die wichtigste Aufgabe von Rockmusik!

 

 

Foto: Guenther Groeger

Freitag, 18. Juni 2021
Wetter Symbol