15.01.2007 11:03 |

Blutiges Handwerk

Kärntner Wilderer haben 2,5 Tonnen Rehe "erlegt"

Seit sieben Jahren haben drei Kärntner in den Revieren des Lavanttales gewildert. Jetzt haben ihnen Polizisten das blutige Handwerk gelegt. Die Verdächtigen hatten Hunderte Rehe, aber auch Gämsen und Hasen abgeknallt. Ein Ermittler: "Das waren mindestens 2,5 Tonnen Wildbret, mit dem sie gehandelt haben."
In Kärntner Jägerkreisen ist seit langem vermutet worden, dass Wilderer im Lavanttal ihr Unwesen treiben. Erst jetzt ist aber der Hauptverdächtige, ein 35-jähriger Arbeitsloser aus St. Paul im Lavanttal, von einem seiner Komplizen "verpfiffen" worden.

Im Haus des Wilderers fand die Polizei fünf Jagdgewehre samt Munition und ein Kleinkalibergewehr mit Schalldämpfer. Weiters hatte der Mann eine Unzahl von Trophäen gelagert, ausgestopfte geschützte Greifvögel, Geweihe, Felle, sogar einen Schneehasen.

Bezirksjägermeister Hubert Polster ist entsetzt: "Der Wilderer hat auf alles geschossen, was ihm vor die Flinte gekommen ist, und das meistens in der Schonzeit." Es müssen mindestens 2,5 Tonnen Wildbret gewesen sein.

Für die Ermittler ist es rätselhaft, was mit diesen Unmengen an Wildfleisch geschehen ist: "Das kann nicht nur allein an Verwandte oder Freunde weitergegeben worden sein." Es wird vermutet, dass der Wilderer illegal mit dem Fleisch gehandelt hat, "Gustostückerln" könnte er auch in das nahe Slowenien verkauft haben.

Noch nicht geklärt ist auch, wer die erlegten Tiere präpariert hat. Experte Polster: "Ich vermute, dass diese Arbeiten privat gemacht worden sind. Die Präparate sind zwar sehr gut, aber nicht professionell." Wer immer auch etwa einen der Greifvögel ausgestopft hat, muss mit einer saftigen Strafe rechnen.

Samstag, 19. Juni 2021
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