Weiter zu heiß

Warmer Frühling-Winter bedroht die Natur

Schneeschaufeln und Schneeketten sind derzeit Ladenhüter, Pannendienste haben 25 Prozent Rückgang - dafür blühen bereits Frühlingsblumen, und Tiere verzichten auf ihre Winterruhe. Der Frühling im Winter birgt aber große Gefahren für die Natur: Vielen Tieren drohen Seuchen, Pflanzen könnten später abfrieren.

„An Südhängen blühen in tieferen Lagen bereits Primeln und Schneerosen, bei vielen Pflanzen sind schon Frühlingsaktivitäten eingetreten“, berichtet Erich Mayrhofer, Direktor des Nationalparks Kalkalpen, und warnt: „Wird es dann aber plötzlich kalt, können Knospen abfrieren und Pflanzen für ein Jahr ausfallen!“

Gefahr droht aber auch der Tierwelt: „Die Natur hat eine große Toleranzgrenze - aber wenn die Temperaturen auch die nächsten zehn Tage noch über plus fünf Grad liegen, besteht in der Tierwelt Seuchengefahr“, sorgt sich Mayrhofer. So verzichtet Oberösterreichs Braunbär auf seine Winterruhe, er wurde Ende Dezember gesichtet. Bis auf 1000 Meter Höhe sind Feuersalamander zu sehen, Zugvögel sind dageblieben.

Der warme Winter hielt dafür die Pannenhelfer stressfrei: „25 Prozent minus im Vergleich zum Vorjahr“, weiß Manfred Schöberl, Leiter des technischen Dienstes beim ÖAMTC. Vorm übereilten Umrüsten auf Sommerreifen rät er aber ab: „Winterreifen sind bei weniger als sieben Grad sicherer. Und der Winter ist ja noch nicht vorbei!“

Bis er aber kommt, sparen die Oberösterreicher beim Energieverbrauch: bisher zwei Prozent weniger Strom und 15 Prozent weniger Fernwärme.

 

 

Foto: Reinhard Hörmandinger

Mittwoch, 12. Mai 2021
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