Mo, 16. Juli 2018

Augenvorsorge

26.01.2018 06:00

Wir unterschätzen die Gefahr, zu erblinden!

So lange wir gut sehen, gilt uns diese Funktion als selbstverständlich. Warum zum Arzt gehen, wenn alles in Ordnung ist? Aber genau hier liegt die Gefahr: Viele Augenkrankheiten machen sich erst bemerbar, wenn man die Schäden nicht mehr reparieren kann, z.B. bei Glaukom ("Grüner Star"), Makuladegeneration, Diabetes und Krebs. Dann droht Erblindung!

Nur jeder vierte 50- bis 70-Jährige nimmt die einmal jährliche Augenuntersuchung in Anspruch, 14 % warten damit sogar mehr als fünf Jahre. Eine aktuelle Befragung, die vom Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverband (BSVÖ) sowie der Österreichischen Opthalmologischen Gesellschaft (ÖOG) präsentiert wurde, zeigt zudem ein breites Informationsdefizit in der Bevölkerung. Denn Krankheiten der Sehorgane entwickeln sich schleichend und unbemerkt. Treten Rötungen, Schmerzen, Sehbehinderung auf, ist es meist schon zu spät. "Sind Sehzellen oder Nervenfasern abgestorben, lässt sich das nicht mehr rückgängig machen", warnt Fachärztin Helag Azem aus Wien und plädiert auch bei jüngeren Menschen für regelmäßige Kontrollen. Das Glaukom ("Netzhautverkalkung") etwa stellt in der westlichen Welt die Erblindungsursache Nummer 1 dar. Eine einfache Messung des Augeninnendrucks bringt Klarheit, die Therapie ist denkbar einfach: Spezielle Augentropfen!

Wenn bei Kleinkindern zunächst leichte Störungen auftreten, wie etwa unterschiedliche Sehkraft beider Augen oder geringfügiges Schielen, können das Eltern so gut wie nicht erkennen. "Nach dem 7./8. Lebensjahr ist der Zug aber abgefahren", so Azem. "Die Schwachsichtigkeit bleibt ein Leben lang bestehen." Das beeinflusst Berufsplanung bis hin zur Sportausübung.

Prominente Unterstützung

Besonders Typ 2-Diabetiker, die gar nichts von ihrer Stoffwechselerkrankung wissen, weil auch hier Beschwerden oft nicht ernst genug genommen werden, müssen sich um ihr Augenlicht kümmern. Nicht selten erfahren Betroffen erst beim Augenarzt davon. Gefäßveränderungen in der Netzhaut führen dann - unbehandelt - zur Diabetischen Retinopathie mit Glaskörpertrübung.

Zusammen mit Starbariton Clemens Unterreiner als BSVÖ-Botschafter appellieren Experten daher, sich einmal pro Jahr Zeit für die Vorsorgeuntersuchung zu nehmen. Wartezeiten sind innerhalb des Landes zwar regional verschieden, aber rund die Hälfte der Befragten bekamen einen Termin innerhalb eines Monats ab Kontaktaufnahme mit der jeweiligen Ordination. 6 % hatten ein akutes Problem und wurden sofort drangenommen, 27 % warteten zwei bis drei Monate, 8 % vier bis sechs Monate.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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