Mi, 18. Juli 2018

Heimat Salzburg

21.01.2018 20:01

Wals-Siezenheimer schnalzten den Meister aus!

Aufdraht, oane, zwoa, drei - dahin geht’s! Die Wals-Siezenheimer Schnalzer ermittelten ihre Besten. Jede "Taktlosigkeit" wurde von der Jury mit Punkteabzug bestraft, die Pass von Wals III holte sich den begehrten Titel. Denn wer hier Meister wird, der ist für das Rupertigaupreisschnalzen am 4. Februar absoluter Favorit. Kein Wunder, dass am Sonntag auch ein wenig spioniert wurde.

Eisiger Wind, Schneefall, gatschiger Untergrund - doch geschnalzt wird in der "Pfoat", das ist Ehrensache. Sogar die Kleinsten schlüpften aus ihren Winterjacken, um beim Schwingen der Goaßl absolute Bewegungsfreiheit zu haben. Schließlich geht es beim Aperschnalzen um Millisekunden, um im Takt zu bleiben. Die Ohren der Jury sind über Jahre geschult, die Mitglieder hören jeden Schnitzer. Ähnlich wie beim Skispringen werden Noten von Null bis 20 vergeben, eine richtig gute Pass erreicht fast das Maximum von 200. Wen sie gerade bewertet, das wissen die Preisrichter nicht. Nur die Nummern der Passen werden angesagt, das sorgt für Objektivität. Unschlagbar am Sonntag war Wals III, das Taktgefühl wurde mit 186 belohnt. Knapp dahinter Gois IV mit 184 und Siezenheim II mit 183,5. Siezenheim II gewann dafür die Pasch-Wertung mit 91,5 Punkten vor Wals III und Gois IV.

Aber auch die Nachwuchsschnalzer gehen mit enormen Ehrgeiz an die Sache heran, wie Simon Mackner von Viehhausen II. Als Aufdraher hat er die Goaßl ins Gesicht bekommen, machte weiter als ob nichts wäre, während die Lippe immer dicker wurde. "Ja, das tut schon weh, aber es passiert immer wieder mal", sagte der Neunjährige im "Krone"-Interview. Papa und Bruder komplettieren die Schnalzer-Familie, das ist in Wals-Siezenheim einfach so. Die Gemeinde ist eine der Schnalzer-Hochburgen im gesamten Rupertiwinkel. Daher gilt der Ortsmeister automatisch als Favorit, wenn sich Salzburg und Bayern am 4. Februar - diesmal in Aufham (Anger) - duellieren.

"Es sind ein paar Spione da", scherzte Bürgermeister Joachim Maislinger, ausgewiesener Experte, da beide Söhne die Goaßl fest im Griff haben. Und tatsächlich: Die Aufhamer Schnalzer aus dem benachbarten Bayern schauten und hörten am Sonntag genau zu, waren so beeindruckt, dass wohl noch die eine oder andere zusätzliche Trainingseinheit eingeschoben wird. Liebe Aufhamer, ihr habt noch genau 13 Tage Zeit. Denn die Salzburger Passen sind für das Preisschnalzen mehr als gut vorbereitet.

Melanie Hutter/Iris Wind, Kronen Zeitung

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