Mi, 20. Juni 2018

Fall von Ausbeutung

10.01.2018 17:57

Chauffeur war "Leibeigener" des Direktors

Trotz Wirtschaftsaufschwung bleibt die Zahl der Beratungen an der Arbeiterkammer konstant. 305.000 "Hilferufe" langten im Vorjahr ein. Im Schnitt läutete täglich rund 850-mal das Telefon. Hauptsächlich ging es um Angelegenheiten des Arbeits- und Sozialrechts. AK-Boss Kalliauer stößt ein Fall besonders sauer auf.

"Der ungarische Chauffeur eines Generaldirektors wurde wie ein ,Leibeigener‘ gehalten", schüttelt AK-Präsident Johann Kalliauer den Kopf. Für 466 Euro im Monat musste der Architekturstudent auch im Haushalt mithelfen, den Direktor auf Urlaube begleiten. Die Dienstwohnung hatte nicht einmal eine Heizung. Vor Gericht konnte die AK eine Nachzahlung von 7500 Euro erstreiten. Viele Ansprüche konnten wegen der Verfallsfristen aber nicht mehr eingeklagt werden. "Ein Ende der Verfallsfristen muss her", so Kalliauer. Insgesamt konnte die AK letztes Jahr rund 69,5 Millionen Euro erstreiten.

Meisten Beschwerden aus Hotel- und Gastgewerbe
"In neun von zehn Fällen gibt es einen Zusammenhang mit der Auflösung oder Beendigung eines Dienstverhältnisses", erklärt AK-Vizedirektor Franz Molterer. Bei der Branchenzugehörigkeit hat sich in den letzten Jahren nicht viel verändert. Die meisten der insgesamt rund 305.000 Beratungen (70 Prozent erfolgen telefonisch) sind dem Hotel- und Gastgewerbe zuzuordnen. Weiters folgen die Bereiche Handel, Eisen- und Metall, Arbeitskräfteüberlassung und Güterbeförderung.

Mario Zeko, Kronen Zeitung

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