Mo, 16. Juli 2018

"Krone"-Serie

08.01.2018 17:12

Kärntner Friseurlegende mit 88 Jahren

In der neuen Serie "Gesichter & Geschichten" stellen wir Persönlichkeiten aus allen Städten und Gemeinden ins Rampenlicht. Zum Auftakt: Das Kärntner Friseur-Urgestein Günther Hönigmann (88).

Er gehört zu Villach wie der Kirchturm am Hauptplatz. Seit 1955 betreibt Günther Hönigmann seinen Friseursalon in der Lederergasse 5.

"Als wir angefangen haben, hatten wir 15 Angestellte - rundherum gab es den Bäcker, Fleischer und Juwelier sowie viele Restaurants und Modegeschäfte", erinnert sich der 88-Jährige. Doch Hochwasser in den Sechzigerjahren haben viele Geschäfte und damit viele Hoffnungen zerstört. Hönigmanns Salon ist einer der wenigen, die geblieben sind.

Damit stellt er sein Durchhaltevermögen unter Beweis, mit dem er einst 19 Kärntner Meistertitel in Radfahren, Leichtathletik und Turnen geholt hat.

Noch heute greift das Urgestein für die Stammkunden zu Kamm und Schere. "Die Kunden, die mit mir alt geworden sind, legen großen Wert darauf. Ich will sie nicht enttäuschen! Ich würde es auch tun, wenn ich im Lotto einen Sechser mach’."

Insgesamt aber sind die Zeiten rauer geworden. "Leider färben sich heute viele junge Menschen ihre Haare selbst. Das ist für unsere Branche nicht gut."

Den Humor hat Hönigmann trotzdem nie verloren. Kein Wunder. Schließlich war er jahrzehntelang ein Aushängeschild des Villacher Faschings. Als "Organisationsminister" war er maßgeblich daran beteiligt, dass die Draustadt zur Narren-Metropole Österreichs wurde. "Ich kann mich gut erinnern, wie es angefangen hat. Damals kam die Regierung noch mit dem Zug aus Wien zu den Sitzungen."

"Die Stadt stirbt aus"
Und es wäre nicht Hönigmann, würde er nicht einen dringenden Appell an die heutige Regierung richten. "Heute gibt es bei uns ja nur noch Filialen von Konzernen, die auf- und zusperren. Die Stadt stirbt aus. Da muss die Politik endlich etwas tun." Sonst könnte auch Hönigmann allmählich der Spaß vergehen.

Und zum Abschluss - Günther Hönigmann im persönlichen Wordrap:



von Christian Rosenzopf, "Kärntner Krone"

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