Aufreger der Woche

Wiener Gemeindebau verkommt zur Mülldeponie

In einem Gemeindebau in Simmering sorgt der achtlose Umgang mit Rest- und Sperrmüll für wütende Bewohner der Anlage. Vor einiger Zeit wurde bereits ein Zaun um die großen Müllbehälter gebaut, da der Unrat im ganzen Hof verstreut wurde. Nun braucht man einen Schlüssel um seinen Mist entsorgen zu können. Die Lage hat sich aber trotzdem nicht gebessert, da die Säcke nicht nur achtlos in den eingezäunten Bereich geworfen werden, sondern auch Unmengen an Sperrmüll ablagert werden.

In den 2.000 Wiener Gemeindebauten wohnt eine halbe Mio. Menschen. 1.400 Hausbesorger sorgen dafür, dass alles in Schuss gehalten wird. Doch nicht jeder Bau hat noch welche. So wie der Gemeindebau in der Kopalgasse in Wien-Simmering. Dadurch gibt es auch niemanden, der täglich auf die Sauberkeit in dem Müllraum und in den Stiegenhäusern achtet. Das ärgert nicht nur die Bewohner.

#Keine Mülldeponie

"Es ist ja eigentlich schon ärgerlich genug, dass man Müllcontainer einsperren muss. Wenn es dann aber trotzdem noch immer so aussieht, ist es eine Frechheit. Ich habe schon öfters eine Frau gesehen, die in den Mistkübeln nach brauchbaren Dingen sucht, die sie schließlich am Flohmarkt verkauft. Alles, was sie aus den Containern rausholt und nicht braucht, lässt sie einfach daneben liegen", berichtet Bewohner Karl J. im City4U-Talk. Auch bei unserem Lokalaugenschein zeigte sich das ganze Ausmaß der verbotenen Müllentsorgung. Obwohl noch Platz in den Containern war, wurde der Unrat einfach daneben entsorgt. Leopoldine S., ebenfalls Bewohnerin der Anlage, ergänzt: "Wenn Leute ausziehen, werfen sie ihren Sperrmüll einfach in den Mistraum. Wir alle müssen die Entsorgungskosten dann tragen, das ist ja nicht fair."

#Probleme sind bekannt

Auf Nachfrage bei Wiener Wohnen, die für die Sauberkeit der Anlage verantwortlich sind, wurde mitgeteilt, dass die Probleme betreffend Sperrmüll bereits seit längerem bekannt seien. Die Einzäunung der Container wurde 2012 vorgenommen, um Müllablagerungen von hausfremden Personen zu unterbinden: "Trotz der gesetzten Maßnahmen, wie der Bestreifung der Anlage durch die Ordnungsberater, konnten die unerlaubten Verunreinigungen und Ablagerungen nicht gänzlich gestoppt werden", erläutert Renate Billreth, Pressesprecherin von Wiener Wohnen, im City4U-Gespräch.

#Nachbarschaft

"Meine Nachbarin hängt die triefendnasse Wäsche im Stiegenhaus auf. Es musste bereits Wiener Wohnen kommen und die feuchte Mauer trocknen und neu ausmalen, weil sie zu schimmeln begonnen hat", erzählt Karl J.. Obwohl er das Problem schon öfters der Hausverwaltung gemeldet hatte, sei wenig passiert. "Sobald die Ordnungsberater kommen, räumt sie alles weg und das wars. Sobald sie das Gebäude verlassen haben, ist das Stiegenhaus wieder ihre Abstellkammer." Renate Billreth von Wiener Wohnen rät in solchen Situationen: "Um einzelne Täter hier wirklich zur Verantwortung ziehen zu können, sind wir auf die Mihilfe der Bewohner angewiesen. Denn nur mit konkreten Beweisen, also wenn mehrere Bewohner bezeugen können, dass die Wäsche oder der Sperrmüll von einer bestimmten Person ablagert wurde, können wir weitere Maßnahmen setzen." Diese beinhalten neben Verwarnungen und die Übernahme der Kosten für die Entsorgung letztendlich auch die Beendigung des Mietverhältnisses.

Jänner 2018

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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