Gas-Unfall

"Wir haben noch Glück gehabt"

"Gott sei Dank ist nicht mehr passiert. Da hätte es auch Tote geben können" - das sagt die Vermieterin Elfriede Rauscher, nachdem eine fünfköpfige Familie in ihrer Ferienwohnung in Neustift im Mühlkreis eine Kohlenmonoxid-Vergiftung erlitten hatte. Die Großeltern und die Enkelin (7) sind bereits wohlauf.

"Ich dank’ dem Herrgott, dass nicht mehr passiert ist", sagt Elfriede Rauscher aus Neustift im Mühlkreis. In der Nacht zum Dienstag war in einer ihrer Ferienwohnungen aus einer Hackgutheizungsanlage im Erdgeschoß Kohlenmonoxid ausgetreten und - wie berichtet - durch die Decke in das Wohnzimmer der darüberliegenden Urlauberwohnung gelangt.

Siebenjährige hatte Kopfschmerzen
"Das siebenjährige Mädchen ist in der Früh aufgewacht und hat über Kopfschmerzen geklagt. Die Mutter ist am Rückweg vom WC zusammengebrochen. Der Opa hat gleich den Euro-Notruf angerufen. Eine Viertelstunde später sind 50 Leute bei uns gestanden", erzählt Vermieterin Rauscher. Ihr Ehemann Franz ist der langjährige Bürgermeister.

Familie legte sich in Nachbarwohnung nieder
Die fünfköpfige Urlauberfamilie legte sich zunächst in eine Nachbarwohnung. "Sie sind dann zu Fuß zu uns rüber, waren alle ansprechbar, haben aber über Kopfschmerzen gejammert", so Rauscher.

Großeltern und Enkelin dürften wieder fit sein
Die Großeltern und die Enkelin galten am Mittwoch schon wieder als fit, die Eltern sind aber noch in Traunstein (D) in einer Spezialklinik.

Heizung war überprüft worden
"Wir haben vor zwei Wochen eine Verpuffung im Ofen gehabt, da war der Heizungsmonteur da. Und heuer hatten wir auch die große Überprüfung durch den Rauchfangkehrer, die hat  250 Euro gekostet. Wir wissen gar nicht, wie das Gas hinauf gekommen ist", meint Rauscher. Arthur Eisenbeiss von der Linzer Brandverhütung vermutet ein Leck.

Bei einem funktionierenden Heizungssystem darf kein Kohlenmonoxid austreten, sagt Arthur Eisenbeiss von der Brandverhütung OÖ.

"Krone": Es ist eher ungewöhnlich, dass ein Gas wie Kohlenmonoxid aufsteigt.
Arthur Eisenbeiss: Sie meinen, weil es schwerer ist als Luft? Das lässt sich leicht erklären: In einer Heizungsanlage wird warme Luft produziert, dadurch kommt es zu einer eigenen Dynamik, wenn sich Kaltluft und Warmluft miteinander verbinden. Der entscheidende Punkt ist aber, dass es im Leitungs- und Rauchverrohungssystem einen Fehler geben muss, sonst kann so etwas nicht passieren.

"Krone": Täuscht der Eindruck, dass es heute weniger Gasunfälle gibt als früher?
Eisenbeiss: Nein, dass dürfte wirklich so sein. Das liegt auch an der guten Ausbildung der Rauchfangkehrer. Diese sind bei uns in Österreich sehr gut geschult, was nicht überall in Europa der Fall ist. Die Rauchfangkehrer sind nicht nur für das Putzen zuständig, sondern sie sind Experten für alle Feuerstätten und sprechen auch  Gefahren an, wenn sie etwas bemerken.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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