Schnitzt Heilige

Mühlviertler Künstler haucht Holzfiguren Leben ein

Seine Fingerfertigkeit im Umgang mit Holz machte den Bad Leonfeldener Schnitzer und Drechsler Georg Mascher weit über seine Mühlviertler Heimatstadt hinaus bekannt. Seinen Händen entwachsen filigrane Heiligenstatuen, Tiere, Kinderspielzeug, Krippenfiguren, aber auch Wunderliches und Skurriles. Derzeit ist Mascher auch auf Weihnachtsmärkten sehr gefragt. Heute feiert der Ex-Tischler seinen 70. Geburtstag.

Von winzig kleinen Figuren bis zu Skulpturen in Überlebensgröße: Die Bandbreite an Werkstücken, mit denen Georg Mascher Kunden auf Mühlviertler Weihnachtsmärkten erfreut, ist enorm. Seit einem Vierteljahrhundert lässt er seinem Talent freien Lauf. In liebevoller Detailarbeit schneidet er Heiligenstatuen, Tiere und Fahrzeuge aus Lindenholz. Bei der Abbildung von Lebewesen legt er vor allem großen Wert auf deren individuellen Gesichtsausdruck. "Augen, Nase, Ohren und Mund müssen im Einklang stehen - von den Gesichtszügen hängt ab, ob eine Figur auf den Betrachter wirkt oder nicht", erklärt der zweifache Vater und dreifache Großvater aus Bad Leonfelden. Haare und Bart seien dann nur noch das Tüpfelchen auf dem I.

Je kleiner, desto anspruchsvoller
Bei der Größe der Schnitzstücke richtet sich Mascher nach den Kundenwünschen. "Je kleiner die Figur, desto anspruchsvoller ist es", sagt er. Das Werk beginnt er stets beim Kopf, von dort arbeitet er sich hinab zum Korpus und dann weiter zu den Füßen.
Für eine Heiligenstatue braucht Mascher etwa eine Woche, die Kolorierung ist dabei nicht inbegriffen. Bei der Art der Heiligen gibt es offenbar aber unterschiedliche Beliebtheitswerte. "Der heilige Florian, der heilige Hubertus und die Muttergottes werden am häufigsten nachgefragt", so Mascher.

Mit Messer durch die Hand
Seine Fingerfertigkeit hat der Mühlviertler bei einem Schnitzmeister im Lechtal perfektioniert. "Ich bin über Jahre dort hingefahren und hab’ mich von ihm schulen lassen." Dass das Schnitzen trotz aller Routine für den 70-Jährigen nicht immer schmerzfrei vonstatten geht, verdeutlicht ein Unfall aus dem Vorjahr. Mascher: "Dass man sich schneidet, kommt immer wieder vor. In dem Fall bin ich aber ganz blöd abgerutscht und mit dem Messer durch die Hand durch."

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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