6 Stunden gewartet

„Weihnachtswunder“: Lenker aus Eis-Fluss gerettet

Es war ein kleines Weihnachtswunder, das sich in der Nacht auf Donnerstag im Josefstal bei Schwertberg abspielte. Ein Linzer (27) war auf dem Weg zu seiner Oma mit dem Auto in die Aist gestürzt und war mehr als sechs Stunden kopfüber in dem am Dach liegenden Wrack gefangen. Vier Feuerwehren bargen ihn gegen Mitternacht - lebend, stark unterkühlt, aber fast unversehrt!

Er wollte seine Oma im Altersheim besuchen, doch auf der Fahrt nach Schwertberg kam Manuel H. (27) aus Linz gegen 17.30 Uhr mit seinem schwarzen Audi von der Fahrbahn im Josefstal ab. Der Wagen überschlug sich und stürzte eine  sechs Meter hohe Böschung hinab, blieb am Dach auf einer Wehr im Aistfluss liegen. An dieser Stelle ist das Mühlviertler Gewässer zum Glück nur 50 Zentimeter tief. Manuel H. konnte sich nicht selbst befreien, hing kopfüber im Sitz, lag zur Hälfte in dem nur zwei Grad kalten Wasser.

Besorgte Angehörige schlugen Alarm
Weil Manuel nicht, wie ausgemacht, bei der Großmutter im Altersheim auftauchte, schlug die Familie Alarm, erstattete bei der Polizei Abgängigkeitsanzeige. Die Sicherheitsbehörde reagierte schnell: Es wurde eine Handypeilung veranlasst und eine Intensivfahndung eingeleitet.  Die Ortung ergab zunächst nur, dass das Mobiltelefon zuletzt im Bereich des Josefstals eingeloggt war. Bei der Suche in dem weitläufigen Gebiet entdeckten die drei Perger Polizisten Andreas Fellner, Herbert Strasser und Nicole Haunschmid  gegen 23.30 Uhr das vermisste Auto.


"Wir wussten nicht, ob der Lenker noch lebt"
"Als wir eingetroffen sind, waren alle Türen zu. Man hat nicht gesehen, ob der Lenker noch lebt. Ein Kamerad ist angeleint ins Wasser hineingestiegen", berichtet Christian Pree, Kommandant der FF Schwertberg: "Wir haben den Lenker abgeschnallt. Er hat seinen Kopf stundenlang über Wasser halten müssen, war ziemlich fertig. Als wir ihn gehalten haben, hat er sichtlich losgelassen. Er war  zwar  ansprechbar, viel geredet hat er aber nicht mehr. Seine Körpertemperatur war  nur mehr bei 34 Grad."


Aufwändige und gefährliche Bergung
Die aufwändige, kalte, nasse und auch für die Feuerwehrleute nicht ungefährliche Bergung des Unfallopfers dauerte eine Dreiviertelstunde. Manuel H. wurde in den Med Campus III eingeliefert. Dort erwies er sich als äußerst robust. Laut Diagnose war er unterkühlt, hatte aber nur einen Finger verstaucht. Er ging in den Morgenstunden heim.
Die Bergungsarbeiten dauerten bis 2 Uhr früh.


Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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