Skurriler Nebenjob

Wiener untersützt Menschen bei Ideenverwirklichung

Jeder Mensch hat Träume und Ideen die er gern verwirklichen würde. Doch oft fehlt der Mut, der letzte Input, ein gewisser Aspekt oder anders: Eine Idee ist da, doch man muss sie noch zum Landen bringen. Dabei will Rudolf Windisch, hauptberuflich Projektleiter in der IT-Branche. In seiner Freizeit hilft er Menschen in seiner Ideenlandebahn im 6. Bezirk damit aus einem Gedanken eine Aktion wird. City4U hat sich mit ihm darüber unterhalten, wie er auf die Idee dazu gekommen ist.

"Die Ideenlandebahn ist ein Angebot und gleichzeitig ein Versuch, meine Erfahrung als Projektleiter in der IT-Branche Leuten zur Verfügung zu stellen, die gute Ideen haben, aber noch Hilfe bei der Verwirklichung brauchen", beschreibt Rudi Windisch seinen unentgeltichen Nebenjob im City4U-Talk. Die Ideenlandebahn befindet sich in der Aegidigasse 3 in Mariahilf und fungiert gleichzeitig als Atelier.

#Eine Idee zum Landen bringen

An der Aussenfassade der Ideenlandebahn ist zu lesen "Zweifler, Durchstarter, Besserwisser, Bessermacher". "Es gibt viele Leute die über gewisse Dinge sudern und alles besser wissen, aber nicht den nächsten Schritt wagen, um es auch wirklich besser zu machen", erläutert Windisch. Das Angebot, um den nächsten Schritt zu erleichtern, soll die Ideenlandebahn sein. "Die Quintessenz ist, nicht geschlossene oder unterbrochene Kreise mit wenig Aufwand zu schließen." Seit Sommer gibt es nun den Ort, an dem der Wiener anderen Leuten helfen will, ihre Ideen zum Landen zu bringen.

#Nur zuhören

Der Gedanke zu diesem Projekt kam ihm während seiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Auf dem Brunnen- und Naschmarkt wurden jeden Samstag zahlreiche noch genießbare Lebensmittel einfach weggeworfen, weil sie am Montag nicht mehr schön genug zum Verkauf gewesen wären. Das hat Rudolf Windisch geärgert. "Da habe ich das Thema im Freundeskreis besprochen und einer gab mir den Tipp, mich an die Wiener Tafel zu wenden. Das habe ich gemacht", erklärt er. Seitdem laufen die Markttouren jeden Samstag erfolgreich und viele Organisationen werden mit Lebensmitteln beliefert. Erfolge dieser Art gaben ihm Mut und diesen möchte er auch anderen  Menschen weitergeben, sodass auch ihre Ideen zum Fliegen kommen und sie sich freuen können. Manchmal komme der Impuls von ihm, ein anderes Mal reiche nur zuhören oder ein kleiner Input und ein Gedanke werde zu einem tollen Projekt.

#Nicht die Welt verändern

Er habe nicht vor, ganz Wien oder die ganze Welt zu retten, meint er. "Ich wollte ganz einfach im Grätzel aktiv werden", sagt Windisch. Oft sind es die vermeintlich kleinen Dinge und Gesten, die zum Allgemeinwohl beitragen können. "Als ich die Ideenlandebahn vor einem halben Jahr eröffnet habe, habe ich sogenannte Aktionsaufrufe gestartet. Ich habe ein Plakat aufgehängt auf dem stand 'Grüßen wir uns wieder mehr'. Es wäre vermessen zu behaupten, dass alle dem Folge geleistet haben, aber ich habe versucht im Grätzel die Leute zu begrüßen um das Gefühl der Nachbarschaft zu unterstützen." Wenn Windisch eine Getränkedose am Gehsteig liegen sieht, hat er sich früher über die Ignoranz des Wegwerfenden geärgert. Dies hat er für sich so gelöst, dass er die Dose aufhebt wenn er eine Altstoffsammelstelle ums Eck weiß und sich freut, wenn sie dort zurückkommt, wo sie wieder verwendet werden kann. So konnte er für sich Ärger in Freude umwandeln, diese Sichtweise möchte er anderen vermitteln.

#Ein Ort zum Austauschen

Bis jetzt konnte in der Ideenlandebahn schon ein sehr erfolgreicher Jazzabend veranstaltet werden, ebenso Diskussions- und Filmabende. "Es soll ein Hort und Nährboden sein, wo Leute unkompliziert zusammenkommen und evaluieren. Wenn von zehn Ideen eine umgesetzt wird, dann bin ich schon zufrieden", betont Windisch. Es mache ihm ganz einfach große Freude, wenn vermeintlich einfache und logische Dinge endlich wirklich passieren würden. Auf die Frage, was denn seiner Meinung nach die beste Idee der Menschheit bisher war, antwortet Windisch: "Mein erster Gedanke ging Richtung Technik und als begeisteter Smartphone-Nutzer fasziniert mich, was dieses kleine Ding alles kann. Das war sicher eine grandiose technische Erfindung, natürlich aufbauend auf den vorigen, wie der des Telefons."

#Feste feiern

Wer Interesse hat, eine eigene Idee zu verwirklichen, den heißt Rudi Windisch herzlich willkommen. Ab Februar ist er jeden Dienstag und Mittwoch in der Ideenlandebahn anzutreffen. Jeder kann einfach vorbeikommen oder ihn auch erst einmal per Mail (office.ideenlandebahn@gmail.com) kontaktieren. Eine Facebook-Seite betreibe Windisch mit Absicht nicht, da er keine Lust habe, sich mit destruktiven Kommentaren auseinanderzusetzen. Denn auch die beste Idee ist in der Anonymität des Internets Freiwild. Eine weitere "Erfindung", die er für die beste hält, fällt Windisch zum Abschluss noch ein: "Das gemeinsame Feste feiern. Sozusagen die gemeinsame Anstrengung, um sich nachher gemeinsam zu freuen." Genau das will er auch mit der Ideenlandebahn erreichen.

Dezember 2017

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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