Do, 25. April 2019
19.12.2017 17:35

kV-Freileitung

Nagelprobe zum Schutz des Nocksteins

Weist das Nockstein-Areal endlich als Natura 2000-Schutzgebiet aus! Das fordern Landesumweltanwalt und SP-Chef Walter Steidl heute im Landtag mit einem dringlichen Antrag. Für Grün-Politikerin Astrid Rössler eine Nagelprobe: Sie hatte dort die 380-kV-Freileitung genehmigt. Wertvolle Biotope sind in Gefahr.

Bereits vor einiger Zeit hat Landesumweltanwalt Dr. Wolfgang Wiener die Landesregierung aufgefordert, das sensible Areal rund um den Nockstein endlich als Natura-2000-Schutzgebiet auszuweisen, die SP-Landtagsfraktion hat nun diese Forderung aufgegriffen und stellt in der heutigen Landtagssitzung einen dringlichen Antrag dazu.

"Hier gerät die grüne Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler in eine Zwickmühle", sagt Rechtsanwalt Dr. Adolf Concin, Ex-VP-Landtagsabgeordneter in Vorarlberg und jetzt Rechtsanwalt für die Gemeinden Koppl und Eugendorf: "Alle Kriterien für einen Schutz des Nocksteins sind gegeben, das hat die Beweisaufnahme im naturschutzrechtlichen Verfahren am Bundesverwaltungsgericht gezeigt. Als für den Umweltschutz zuständige Politikerin ist sie daher verpflichtet, einem Schutzgebiet dort zuzustimmen."

Grüne Rössler wird aber nicht zustimmen
Dem widerspricht die grüne Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler: "Die 380-kV-Trasse wurde ja schließlich so gewählt, dass sie eben nicht die Laichgebiete der Gelbbauchunke und des Kammmolches berührt." Einem Antrag auf Ausweisung eines Schutzgebietes könne sie deshalb nicht zustimmen, sagt die grüne Politikerin : "Denn der Antrag läuft ja auf eine Verkabelung hinaus und dann müsste ich mit dem Bagger mitten durch die bis jetzt unversehrten Biotope fahren."

Das wiederum treibt Ex-Naturschutzbund-Chef Hans Kutil, der in der Gemeinde Koppl wohnt, die Zornesröte ins Gesicht: "Solche Aussagen sind einfach unredlich, hier verkauft man die Bevölkerung für dumm. Jeder weiß, dass eine Verkabelung niemals über den Nockstein, sondern woanders oder auch nach der bestehenden 220-kV-Trasse erfolgen könnte."

Darüber hinaus seien Schutzgebiete der gefährdeten Gelbbauchunke und des Kammolches sehr wohl von der geplanten Freileitungs-Trasse betroffen. Die EU nannte in einem Forderungskatalog zur Nachnominierung von FFH-Schutzgebiete ausdrücklich auch mehrere Flächen in Koppl (Soriat-Brüche sowie einige Moor-Gebiete), die durch die Freileitung beeinträchtigt wären. 2012 hatte Salzburg bereits einmal den Nockstein-Schutz abgelehnt: Er "torpediere" den Plan einer Freileitung. Anwalt Concin: "Jetzt kann das Land noch einmal zeigen, wo sein politischer Schwerpunkt liegt."

Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

Interview - Koppls Bgm. R. Reischl

Seit Jahren kämpft Koppls Bürgermeister Rupert Reischl für den Nockstein-Schutz. Er begrüßt die Initiative des Landesumweltanwalts.

Die Initiative des Landesumweltanwaltes kommt spät...
Ja, aber uns ist jedes Mittel recht, um den Nockstein zu schützen. Und uns ist jede Hilfe von jeder Seite willkommen.

2012 hat das Land den Schutz dieses Areals ja bereits einmal abgelehnt, wird es diesmal klappen?
Es ist richtig, damals wurde die Ausweisung eines Geschützen Landschaftsteiles abgelehnt, obwohl alle Grundeigentümer mit Ausnahme der Bundesforste einverstanden waren. Der Nockstein sei nicht schutzwürdig, hieß es damals."

Inzwischen hat aber sogar die EU mehr Natura-2000-Gebiete verlangt und dezidiert auf die wertvollen Biotope am Nockstein hingewiesen?
Ja und dafür liegt die Zuständigkeit klar beim Land, das Land muss endlich Entscheidungen treffen. Bei den Natura-2000-Gebieten ist Österreich am drittletzten Platz in Europa, nur Zypern und die Slowakei sind noch schlechter dran.

Wenn das Land nun neuerlich ein Schutzgebiet blockiert?
"Das wäre nichts anderes als eine Bankrotterklärung für den Umweltschutz, aber noch mehr der grünen Politik. Mir muss eine Grün-Politikerin einmal erklären, warum sie für eine Freileitung und gegen ein Naturschutzgebiet stimmt. Ich versteh’s nicht."

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