Fr, 19. April 2019
13.12.2017 18:52

Mittels OP gerettet

Baby kommt mit Herz außerhalb des Körpers zur Welt

In Großbritannien ist ein Mädchen zur Welt gekommen, dessen Herz durch eine seltene genetische Erkrankung außerhalb der Brust schlägt. Nach mehreren Operationen gehe es dem "Wunderbaby" Vanellope nun gut, teilte das Glenfield Hospital in der mittelenglischen Stadt Leicester am Mittwoch mit.

Das inzwischen drei Wochen alte Mädchen ist Experten zufolge wohl das erste Baby in Großbritannien, das diesen Geburtsdefekt überlebt. Vanellopes Eltern erfuhren zum ersten Mal im Juni bei einer Ultraschalluntersuchung, dass ihre Tochter an der sehr seltenen Herzektopie - einer angeborenen Verlagerung des Herzens außerhalb des Brustkorbes - leidet.

Eltern entschieden sich gegen Abtreibung
"Uns wurde gesagt, dass unsere beste Möglichkeit ein Abbruch der Schwangerschaft sei - meine Welt brach zusammen", sagte Vanellopes Vater (43) der britischen Nachrichtenagentur PA. Sie hätten sich bewusst dagegen entschieden, sagte ihre 31-jährige Mutter.

Rund 50 Spezialisten des Krankenhauses brachten Vanellope demnach am 22. November per Kaiserschnitt zur Welt. Sofort nach der Geburt wurde das Mädchen in einen sterilen Plastikbeutel gewickelt, um Infektionen an seinem Herz zu verhindern.

Mädchen hat weder Rippen noch Brustbein
Insgesamt drei Operationen waren in den ersten Wochen notwendig, um das Herz in den Körper des Mädchens zu verpflanzen und dessen Brust mit seiner eigenen Haut zu verschließen. Die Chirurgen strickten dabei ein Netz, das Vanellopes Herz schützt, da das Kind auch ohne Rippen und Brustbein zur Welt kam.

Dem Krankenhaus zufolge kommen wahrscheinlich weniger als fünf Babys pro Million Geburten mit einer Herzektopie zur Welt. Sie haben eine Überlebenswahrscheinlichkeit von weniger als zehn Prozent.

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