Bitte nicht!

Kein Umtausch: Tiere sind kein Weihnachtsgeschenk

Die Kinder möchten schon so lange ein Hündchen, nun soll es so weit sein: Jedes Jahr zu Weihnachten werden zahlreiche Haustiere verschenkt. Oft ist den Gebern aber nicht bewusst, welche Aufgabe eine Katze, Nager oder eben Hund ist. Neben Zeit und Geld, das ein Tier braucht und kostet, muss man sich überlegen, wo es betreut wird, wenn man in Urlaub fährt - und zwar über viele Jahre. "Tiere sind kein Geschenk und kein Spielzeug", weiß auch Annemarie Hurban, Leitung Marketing und Öffentlichkeitsarbeit des TierQuartier Wiens.

Mit einem Hund muss man mehrmals täglich Gassi gehen, unter anderem früh am Morgen und spät am Abend - bei jedem Wetter. Eine Katze ist eigensinnig, sie zerkratzt am liebsten das schöne Sofa und schwingt gerne an den neuen Vorhängen Der Kratzbaum ist eher uninteressant. Der Käfig der kleinen Nager muss täglich ausgemistet und mit frischem Heu bestückt werden. Hamster und Mäuse sind nachtaktiv und können die menschlichen Mitbewohner schon mal vom Schlaf abhalten. Ein Tier ist eine jahrelange Aufgabe. Es braucht viel Zeit und kann plötzlich viel Geld kosten, wenn man zum Tierarzt muss. Was Bello und Mitzi zurückgeben, ist natürlich viel mehr wert. Trotzdem muss man sich vor Augen halten, dass die Entscheidung, sich ein Haustier zuzulegen, nicht ohne vorhergehende gründliche Überlegung getroffen werden sollte.

#Ein Tier ist kein Spielzeug

Nur weil sich die Kinder unbedingt einen Hund oder eine Katze zu Weihnachten wünschen, heißt das nicht, dass sie sie auch bekommen sollten. Schließlich wissen die Kleinen nicht um die große Verantwortung, die ein Lebewesen mit sich bringt. Wenn man keine Freude mehr daran hat, kann man es nicht einfach wie ein Spielzeug in der Lade verschwinden lassen und ein neues beantragen. Den Hamster kann man nicht einfach im Geschäft umtauschen, wie den Pullover, der einem nun doch nicht gefällt.

#Viele Tiere landen nach Weihnachten im Tierheim

Nach Weihnachten und in den Sommerferien werden Haustiere ins Tierheim gebracht oder sogar einfach ausgesetzt. "Im TierQuartier sind keine Privatabgaben möglich. Zu uns kommen beispielsweise Hunde und Kleintiere, die einfach im Stiegenhaus angebunden wurden oder in einer Schuhschachtel neben Mülltonnen ausgesetzt wurden. Besonders schlimm ist das natürlich jetzt im Winter, wo es sehr kalt ist", erklärt Annemarie Hurban im Gespräch mit City4U. "Zu uns kommen das ganze Jahr über Tiere, die nicht mehr erwünscht waren und ausgesetzte, die freilaufend gefunden wurden. Wir appellieren an dieser Stelle, keine Tiere zu Weihnachten zu schenken. Tiere bedeuten Verantwortung - ein ganzes Tierleben lang."

#Überforderung und falsche Erwartungen

"Oft sind die Menschen überfordert mit ihrem Tier. Ihnen war zum Beispiel nicht bewusst, wieviel Zeit und Zuneigung ein Tier braucht. Weiters werden die laufenden Kosten sehr häufig unterschätzt - gerade wenn Tiere gesundheitliche Probleme haben. Es ist daher sehr wichtig, sich dieser Verantwortung vor der Wahl für ein Tier bewusst zu sein", beschreibt Hurban. Aus diesem Grund hat das TierQuartier Wien im Rahmen der Vergabe einen Interviewbogen entwickelt. Darin werden die wichtigsten Eckdaten abgefragt. So zum Beispiel wie lange der Hund alleine bleiben muss oder wer sich in der Zeit von Urlauben um den Hund kümmert. "Es ist uns im TierQuartier Wien sehr wichtig, das passende Mensch-Tier-Paar zu finden - darauf achten wir auch sehr bei der Vermittlung unserer Tiere", betont Hurban.

#Gut überlegen

Bevor man ein Tier in seine Familie aufnimmt, sollte man also mehrere Punkte unbedingt beachten: Hat man genug Zeit, weiß man welche Kosten auf einen zukommen - bei einem kleinen Hund muss man für dessen lebenslangen Kostenaufwand mit mindestens 20.000 Euro rechnen. Neben Futter, Zubehör und Spielzeug kommen Steuern, Tierarztkosten, Versicherung und Pflege dazu. Erlaubt der Vermieter die Tierhaltung, passt die Lebenserwartung des Lebewesens zur eigenen Planung, was passiert wenn sich die berufliche Situation ändert? Kann das Tier während eines Urlaubs oder einer Krankheit versorgt werden? Ist man sich bewusst, dass Katzen teilweise Schäden an Möbeln hinterlassen, Hunde am Anfang ihr Geschäft auf dem teuren Teppich verrichten könnten und Frettchen unangenehm riechen? Ist man bereit dies auch in Kauf zu nehmen? All diese Punkte sind vorab zu klären, damit nicht noch mehr Tiere den Weg vom Christbaum in den Zwinger im Tierheim finden.

Dezember 2017

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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