11.12.2017 20:57 |

Politik

Am ersten Tag: Preuner ist jetzt auf Schiene

Sein erster Tag - bei einem Routinier wie Harald Preuner klingt das fast amüsant. Aber er wirkte am Montag erstmals als direkt gewählter Bürgermeister. Und es lief für ihn wie auf Schienen. Ein Termin führte Preuner über die Grenze: Das dritte S-Bahn-Gleis nach Freilassing wurde feierlich in Betrieb genommen.

Selten ein so positiver Termin im Dauerbrenner Verkehrschaos in und rund um die Stadt: Zum Fahrplanwechsel eröffneten am Montag um 9.30 Uhr Polit- und Bahnprominenz von beiden Seiten der Grenze das dritte Bahngleis. Die Stadt Salzburg vertrat Harald Preuner, der neu gewählte Bürgermeister. Das Ausbauprojekt kennt er schon lange: "Wir brauchen das Gleis dringend. Es geht ja noch auf die Zeit zurück, als Arno Gasteiger Verkehrslandesrat war."

Neues Gleis ist wichtiger Schritt für Verkehr
Der Terminkalender des neuen Bürgermeisters war am ersten Tag so prall gefüllt, dass jede Minute kostbar war: Der Wecker läutet bei ihm immer um sechs Uhr früh. Auch wenn am Vorabend mit gutem Grund im Wernbacher angestoßen wurde. Schon um sieben Uhr dann ein erstes Interview für Radio und Fernsehen. Und die große Feierstunde in Freilassing. Die Vorbereitungen für den Gleisausbau zogen sich über Jahre. Um insgesamt 60 Millionen entstanden in Bayern vier Brücken, 1,6 Kilometer neue Gleis-Strecke und ein neuer Bahnsteig für die S-Bahnen in Freilassing.

Bahn-Nadelöhr nach Freilassing ist Geschichte
Über die Saalach wurde der denkmalgeschützte Übergang mit Ergänzungsbrücke leistungsstärker gemacht. 2015 war dafür Spatenstich. Auf Salzburger Seite ist der S-Bahn-Ausbau Richtung Taxham-Europark (2008) und Liefering (2013) längst in Betrieb. "Der Platz war für die S-Bahn viel zu knapp. Es gibt auf der Strecke ja auch viel Güter- und Personenfernverkehr", freut sich Preuner, dass jetzt alles ausgebaut ist.

Egal ob Straße, Luft oder Schienen - der Verkehr zwischen Bayern und Salzburg wird immer wieder emotional diskutiert. Jetzt gibt es zumindest auf den Schienen keinen "Grenz-Stau" mehr: Auf der dreigleisigen Strecke verkehren pro Stunde und Richtung sechs Personenzüge - darunter allein vier Nahverkehrszüge der ÖBB. "Ein guter Tag vor allem auch für Pendler", waren sich alle Redner einig. Harald Preuner fährt selbst gerne S-Bahn: "Da geht es schnell. Das pfeift richtig dahin", lacht er.

Danach ging es für ihn schnell zurück ins Schloss Mirabell: Es warteten schon eine Dekrets-Verleihung für Magistrats-Mitarbeiter und die politischen Gespräche zur Ressortverteilung in der Stadtregierung. Der Bürgermeister selbst sicherte sich zusätzlich die Finanzen, die traditionell beim Stadtchef sind. Und: "Auch das Wirtschaftsservice ist schnell bei mir gelandet." Ein Gespräch auf Augenhöhe - ohne Verhandlungsgeschick oder großes Taktieren, wie er betont.

Seine Mittagspause im Büro - es muss jetzt ausgeräumt und übersiedelt werden - fiel kurz aus: Ein Mitarbeiter nahm dem Stadtchef einen Imbiss mit. Parallel dazu vibrierte sein Handy fast im Dauerton: "Er hat allein an die 120 SMS bekommen", verrät Büroleiter Bernd Huber. Viele wollten "dem Harry" gratulieren. Am Nachmittag stand dann schon sein erster Stadtsenat als Bürgermeister am Programm - eine besonders dichte Tagesordnung mit 25 Unterpunkten.

Und am Abend war immer noch keine Zeit zum Zurücklehnen: Bürgermeister Preuner nahm an der Generalversammlung der Salzburger Osterfestspiele teil. Zum Ausklang: Die Weihnachtsfeier der Berufsfeuerwehr! "Eine Gelegenheit, Danke zu sagen", betont Harald Preuner, dass er gerne in den Reihen der Helfer Platz nimmt. Und alle einte ein Ziel: Sie wollen das Beste für die Stadt.

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

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