Do, 18. April 2019
11.12.2017 17:45

Anschlag gescheitert

NY: Attentäter (27) zündet Bombe nahe Times Square

Nächster Terror-Akt in New York: In Manhattan ist es am Montag nahe dem Times Square zu einer Explosion an einem Busbahnhof gekommen. Mehrere U-Bahn-Linien wurden umgehend evakuiert, ein Verdächtiger wurde festgenommen. Der als der 27-jährige Akayed Ullah identifizierte Mann, der bei der Detonation als einziger schwer verletzt wurde, dürfte mit einem Selbstmordattentat im Namen des IS gescheitert sein. Während ein in sozialen Netzwerken veröffentlichtes Foto den verletzten Attentäter am Boden liegend zeigt, ist in einem - mit einem Handy abgefilmten - Video aus einer Überwachungskamera (siehe oben) der Moment der Explosion zu sehen.

Am Port Authority Bus Terminal in der Nähe des Times Square war es mitten im morgendlichen Berufsverkehr zu der Explosion gekommen. Mehrere U-Bahn-Linien wurden evakuiert, die Gegend um den stark frequentierten Busbahnhof wurde großräumig abgesperrt. Der Port Authority Bus Terminal in Manhattan ist nach Angaben des Betreibers der meistgenutzte Busbahnhof der Welt. Mehr als 66 Millionen Menschen steigen dort pro Jahr ein oder aus - mehr Passagiere, als der Frankfurter Flughafen jährlich befördert.

Zu der Detonation kam es in einer U-Bahn-Unterführung nahe dem Busbahnhof. Laut aktuellem Ermittlungsstand wurde die Explosion durch eine Rohrbombe verursacht, die nur teilweise detoniert sein dürfte. Laut einem Bericht des Senders WABC sei die Bombe in einer unterirdischen Fußgängerpassage an der Ecke 42nd Street und 8th Avenue explodiert.

Der festgenommene Verdächtige habe sich nach aktuellem Ermittlungsstand als Selbstmordattentäter in die Luft sprengen wollen. Demnach seien in der rechten Jackentasche des Mannes, der Kabel am Körper trug, ein Sprengsatz in Form eines rund 15 Zentimeter langen Metallteils und Batterien gefunden worden. Offen blieb, ob der Attentäter möglicherweise einen anderen, stärker frequentierten Ort als Anschlagsziel gewählt haben könnte - und die Bombe lediglich aus Versehen oder wegen einer Fehlfunktion vorzeitig detonierte.

Zum Glück wurde nur der Verdächtige selbst durch die Explosion schwerer verletzt. Bei drei Passanten seien zudem leichte Verletzungen festgestellt worden. Es handle sich dabei vor allem um Kopfschmerzen und Ohrgeräusche, hieß es. Der Attentäter - der auf einer Aufnahme mit Brandverletzungen am Oberkörper am Boden liegend zu sehen ist - wurde nach seiner Festnahme in ein Krankenhaus eingeliefert. Bei einer ersten Vernehmung soll der Mann angegeben haben, den Sprengsatz in der Elektrofirma, in der er arbeitete, selbst gebastelt zu haben.

Der frühere New Yorker Polizeichef Bill Bratton erklärte gegenüber dem Sender MSNBC, bei dem Verdächtigen handle es sich um einen Einwanderer, der seit sieben Jahren in den USA lebe. Demnach habe sich der Mann, der im Stadtteil Brooklyn lebt, im Namen der Terrormiliz Islamischer Staat in die Luft sprengen wollen. Mittlerweile wurde von der Polizei bestätigt, dass es sich bei dem Festgenommenen um den 27-jährigen Akayed Ullah handelt.

Wie die "New York Post" unter Berufung auf Ermittler berichtete, habe der 27-Jährige den Anschlag aus Rache für "die Bomben in seiner Heimat" verüben wollen. "Ich wollte hier Schaden verursachen", soll Ullah bei seiner Einvernahme gegenüber Beamten gesagt haben. Der Mann habe laut dem Bericht sein Geld früher als Taxifahrer verdient, allerdings sei seine Lizenz abgelaufen. Unklar blieb, aus welchem Land der Attentäter in die USA emigrierte. Bratton hatte gegenüber Journalisten Bangladesch als Heimatland des gescheiterten Terroristen genannt, eine Bestätigung dafür gibt es bislang aber nicht.

Video soll Moment der Explosion zeigen
Ein auf Twitter veröffentlichtes Video soll den Moment der Explosion zeigen. Es dürfte sich um Bilder einer Überwachungskamera handeln, die mit einem Handy von einem PC-Bildschirm abgefilmt wurden. Eine Bestätigung für die Echtheit des Materials liegt bislang nicht vor.

Bürgermeister: "Versuchter Terroranschlag"
New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio bestätigte mittlerweile, dass es sich um einen versuchten Terroranschlag gehandelt habe. Es gebe keine weiteren Vorfälle, der festgenommene Täter habe allein gehandelt, sagte de Blasio. Bei der vermutlich selbst gebauten Bombe habe es sich um einen "eher amateurhaft zusammengebauten Sprengsatz" gehandelt.

Der U-Bahn-Betrieb während des Berufsverkehrs in der Früh sei nur vorübergehend gestört gewesen. Bis auf die betroffene Station an der 42. Straße seien alle Züge und Busse wieder in Betrieb, sagte der Gouverneur des Staates New York, Andrew Cuomo. Er betonte, New York sei ein Symbol für Freiheit und Demokratie. "Das macht uns zu einem Ziel", sagte er mit Blick auf mögliche Terroranschläge. Er dankte der Polizei und den Rettungskräften für ihren Einsatz.

Erst im Oktober waren in New York bei einem Terroranschlag acht Menschen ums Leben gekommen. Ein Mann war mit einem Kleintransporter auf einen Radweg gefahren. Der festgenommene Täter gab sich als überzeugter Anhänger des IS zu erkennen. Es handelte sich um den schwersten Anschlag in New York seit dem 11. September 2001.

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