Mi, 24. April 2019
10.12.2017 21:43

Absturz in Eisarena

Föhn wurde zum tödlichen Verhängnis

Roland Pfund, Ortsstellenleiter der Bergrettung, war beim tragischen Lawinenunglück beim Eisfall "Federweiß" in Bad Gastein vor Ort. Für ihn stellt der Föhn eine der größten Gefahren für Eiskletterer und Skitourengeher dar. Der erfahrene Bergretter empfiehlt, wegen der aktuell labilen Schneelage in nächster Zeit von Touren abzusehen. Gewarnt wird auf der Homepage.

Eigentlich herrschen derzeit in Bad Gastein keine schlechten Verhältnisse für Eiskletterer. Dennoch wurde zwei jungen, erfahrenen einheimischen Eiskletterern der heimtückische Föhn am Sonntag zum Verhängnis. Sie wurden beim Federweißfall in Bad Gastein von einer Lawine mitgerissen. Christoph R. (24) wurde ein Meter tief verschüttet, bekam keine Luft mehr und starb. Sein Cousin überlebte.

"An diesem Tag hat sich der Föhn so extrem aufgebaut, das war Sonntag früh nicht absehbar. Es hat sich keine riesige Lawine, sondern vielmehr ein Schneebrett gelöst. Das hat aber ausgereicht, der Absturz war nicht ohne", erklärt Roland Pfund, wie es zu dem tragischen Unglück kam.

Erfahrener Bergretter schildert der "Krone", wie es zu dem Unglück kam

Die Eisarena ist laut Pfund "das Eldorado für Eiskletterer". Zwölf von ihnen waren am Sonntag dort in verschiedenen Wasserfällen unterwegs, halfen allesamt bei der Bergung mit. Die Einsatzkräfte versuchten knapp eine Stunde lang, Christoph R. wiederzubeleben - ohne Erfolg.

"Sicherheitshalber mussten wir abbrechen, es hat sich in dieser Zeit so viel Schnee gesammelt. Und da wir so zentral im Kessel gestanden sind, wurde es für uns auch gefährlich. Eine Bergung mit den anwesenden Rettungshubschraubern war aufgrund des Föhnsturms zu keiner Zeit möglich", spricht Roland Pfund von einem großen Pech, das die beiden jungen, erfahrenen Männer hatten.

Von Touren wird derzeit abgeraten

Vom Tal aus sei es schwer einzuschätzen, was oben los ist. Das Einzugsgebiet sieht man nicht und das Schneebrett kann sich ganz einfach ohne Zusatzbelastung lösen. Genau dies wurde vor sieben Jahren zwei Annabergern an der gleichen Stelle zum Verhängnis. Die Eiskletterer überlebten die Lawine .

"Wir werden schnellstmöglich auf unserer Homepage eine Warnung wegen der instabilen Schneelage rausgeben. Es ist ratsam, in nächster Zeit von Touren abzusehen", betont der langjährige Bergretter.

Sandra Aigner, Kronen Zeitung

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