09.12.2017 21:18 |

Uralt-Forderung

Rechnung noch in Schilling!

Nicht schlecht gestaunt haben dürften Landesbeamte als sie beim Durchforsten der Finanzen auf eine offene Rechnung stießen, die noch aus der Schilling-Zeit stammt. 16 Jahre lang hatte sich die Stadt erfolgreich um die Zahlung von umgerechnet rund 16.000 Euro gedrückt - jetzt bittet das Land aber höflichst zur Kasse.

Dass man mal vergisst eine Rechnung zu begleichen, kann vorkommen. Allerdings gleich 16 Jahre säumig zu sein, das kann man sich wohl nur als Gebietskörperschaft erlauben. Beim Durchforsten der Landesfinanzen sind die Beamten im Chiemseehof jetzt auf zwei offene Forderungen gestoßen, die noch aus der Schilling-Zeit stammen. Umgerechnet rund 16.000 Euro hätte die Stadt dem Land längst anteilig für eine Studie überweisen müssen - blieb aber bis heute säumig.

Doch der Reihe nach: Wir schreiben das Jahr 2001, in Salzburg wird noch mit Schilling bezahlt, Franz Schausberger (ÖVP) steht der Landesregierung vor und Bürgermeister Heinz Schaden befindet sich gerade in seiner ersten Amtsperiode. Stadt und Land beschließen in dem Jahr eine Überarbeitung der Machbarkeitsstudie für das Projekt "Museum im Berg".

Fünfmal hat die Stadt 2001 dafür Geld überwiesen, zwei Teilbeträge in der Höhe von rund 16.000 Euro blieben allerdings offen. 2003 hätte der fehlende Betrag nach langem Hin und Her beglichen werden soll - doch das damalige Ressort gab ihn nicht frei. Danach geriet die Rechnung in Vergessenheit - und wäre es wohl auch geblieben, würde das Land nicht gerade seine Buchhaltung auf Doppik umstellen.

Daher haben findige Landesbeamte die Zahlung jetzt "urgiert", wie es in schönstem Amtsdeutsch heißt. Im Schloss Mirabell wiederum hat man - ganz sparmeisterlich - als erstes geprüft, ob die Forderung nicht ohnehin längst verjährt sei. Doch die Stadt ist an den Beschluss gebunden, stellten die Beamten fest, so dass jetzt, 16 Jahre später, der Gemeinderat endlich die Bezahlung der Rechnung absegnet.

Über so viel Bürokratie-Wahnsinn kann FPÖ-Klubchef Andi Reindl nur den Kopf schütteln: "Na hoffentlich zahlt die Stadt ihre anderen Rechnungen pünktlicher." Glück im Unglück: Zinsen fallen wohl nicht an.

Anna Dobler, Kronen Zeitung

ZITAT: FPÖ-Klubobmann Andreas Reindl wundert sich über den Vorgang - "Ich kann über sowas nur den Kopf schütteln. Na hoffentlich zahlt die Stadt ihre anderen Rechnungen alle ein bisschen pünktlicher."

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