So, 22. Juli 2018

Klosterhof-Pleite

02.12.2017 12:50

"Gerade jetzt sind wir für unsere Gäste da!"

"Schlimm, wenn eine deiner Mitarbeiterinnen weinend in die Arbeit kommt, weil sie nicht mehr weiß, wie sie ihre Miete bezahlen und ihre Kinder ernähren soll", schildert Küchenchef Rudi Grabner die Stimmung, die derzeit im Klosterhof herrscht. Nachdem am Donnerstag bekannt wurde, dass der Traditionsgasthof pleite ist.

"Es ist keine einfache Situation derzeit", erzählt Rudi Grabner. Er, der im Vorjahr der Schlossbrasserie Adieu sagte und seitdem im Traditionsgasthof auf der Landstraße das Küchenzepter schwingt. Doch seit gestern fungiert er dort mehr als Psychologe, denn als Küchenchef. "In meinem 17-köpfigen Team herrscht natürlich große Verunsicherung, weil keiner so genau weiß, wie’s weitergeht. Aber wir haben uns um 10 Uhr zusammengesetzt, und ich hab’ alle beruhigt", so Grabner.

Mitarbeiter beruhigt
Er erklärte in der Besprechung seinen oft noch sehr jungen Mitarbeitern, dass jeder die noch offenen Löhne - November-Gehalt und Weihnachtsgeld - mit Sicherheit bekommen wird. Und schwor danach seine Mannschaft auf die nächsten Tage und Wochen ein: "Jetzt ist die stärkste Zeit des Jahres. Die vielen Menschen, die zu uns kommen oder auch ihre Weihnachtsfeier bei uns haben, können schließlich nichts dafür. Gerade jetzt sind wir für unsere Gäste da. Wir kochen so weiter wie bisher!"

Arbeiterkammer rät Ruhe zu bewahren
Auch die Arbeiterkammer meldete sich gestern zu Wort und warnte vor überstürzten Selbstkündigungen. AK-Präsident Johann Kalliauer: "Es ist wichtig, Ruhe zu bewahren. Wer nun vorschnell sein Arbeitsverhältnis löst, könnte Ansprüche verlieren."

Mario Ruhmanseder, Kronen Zeitung

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