Do, 16. August 2018

Ist es Prostitution?

30.11.2017 18:02

Umstrittene Sugardaddy-Datingseite erreicht Wien

Nachdem sie sich mit ihrer Aufreger-Reklame in Frankreich und Belgien einen Shitstorm zugezogen hat, wagt die norwegische Dating-Börse "RichMeetBeautiful" den Sprung nach Österreich. Autos mit Werbeplakaten, auf denen Studenten geraten wird, sich Sugardaddy oder Sugarmama zur Finanzierung ihres Studiums zu suchen, rollen durch die Straßen Wiens. Eine kalkulierte Provokation?

In anderen europäischen Ländern ist "RichMeetBeautiful" bereits am Start - etwa in Frankreich und Belgien. Aber auch in Deutschland wurden die kontroversen Plakate gesichtet. Bedenkt man, dass die gewagte Reklame in Brüssel bereits Ende September Proteste ausgelöst, die Dating-Börse ihren Marketing-Auftritt seither aber nicht geändert hat, dürfte es sich bei den mobilen "Sugardaddy"-Plakaten um eine gezielte Provokation handeln, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu generieren.

Geschäftsführer spricht von "klassischer Dating-Website"
Dass es sich bei dieser Art von Werbung um einen Aufruf zur Prostitution handeln könnte, lässt Sigurd Verdal, der Geschäftsführer von "RichMeetBeautiful" nicht gelten. Er wies die Kritik bereits als "klassisches Missverständnis" zurück: "Unsere Sugarbabys müssen mindestens 18 Jahre alt sein und Prostitution ist nicht erlaubt." Der Norweger bezeichnete die Seite als "klassische Dating-Website, nur dass zu den Kriterien auch der finanzielle Aspekt gehört."

In den anderen Ländern, in denen "RichMeetBeautiful" mit seinen gewagten mobilen Plakaten an den Start gegangen ist, hat das Angebot einen Aufschrei provoziert. In Belgien warf man dem Anbieter vor, aus der schwierigen finanziellen Situation von Studenten Kapital zu schlagen. In Paris haben Politiker diese "schändliche" Werbung verurteilt. In Brüssel und Paris wurden die Plakate sogar beschlagnahmt. An der europaweiten Expansion der norwegischen Firma hat die Kritik aber nichts geändert.

"RichMeetBeautiful" hat schon 7000 Nutzer in Österreich
Vielmehr dürfte man von der vielen Aufmerksamkeit durch die mobilen Sugardaddy-Plakate profitieren. Laut einer Aussendung von "RichMeetBeautiful" hätten sich seit Start der Kampagne bereits 7000 österreichische Mitglieder angemeldet. "Wir wussten, dass dies das neue Dating in 2017 wird, aber ich muss gestehen, der Erfolg hat uns überrascht. Das Ziel sind 100.000 Mitglieder bis Ende 2017", sagte Vedal.

 krone.at
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