Do, 16. August 2018

Alarmierende Zahlen

29.11.2017 13:58

Jedes 3. Kind in Wien kann nicht genügend Deutsch

Das Bildungspaket der türkis-blauen Koalition liegt, wie berichtet, auf dem Tisch: Zurück zu den Noten, Deutschklassen für Kinder mit schweren Sprachdefiziten, Ausbau der Sonderschulen und ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr. Vor allem in Wien ist der Aufholbedarf bei der deutschen Sprache da.

Aktuelle Zahlen aus den Wiener Schulen zeigen es ganz klar, und auch im Wahlkampf wurde es von ÖVP und FPÖ getrommelt: Die Bundeshauptstadt kämpft mit der Einhaltung der Bildungsstandards. Von rund 100.000 Pflichtschülern haben 65.000 einen Migrationshintergrund.

Mehr als 80 verschiedene Sprachen
Mehr als 80 verschiedene Sprachen sind deshalb an den Schulen vertreten. Zwei Drittel der Haupt- bzw. Neuen Mittelschüler sowie Schüler an Polytechnischen Schulen sprechen eine andere Sprache als Deutsch - und an vielen Schulen in Wien liegt der Migrantenanteil bei mehr als 90 Prozent. Dahinter liegen Landeshauptstädte wie Salzburg, Linz und Graz, in denen die Zahlen ähnlich hoch sind.

Jeder fünfte Pflichtschüler mit ausländischen Wurzeln spricht nicht genügend Deutsch, um dem Unterricht überhaupt noch folgen zu können, und muss deshalb in die Sonderklasse.

Gegensteuer-Pläne regen landesweit auf
ÖVP und FPÖ wollen das Problem mit der Order "Zurück zum konservativen Schulsystem" angehen, seither regen diese Pläne landesweit auf. Vor allem SPÖ und Grüne sehen einen "Rückfall in die Steinzeit der Bildung", eigene Deutschklassen würden die Ausgrenzung von Kindern nur noch verschärfen. Neben den Verbesserungen im Bereich "Sprache" soll auch die "Vermittlung von Werten" besonders im Kindergarten eingeführt werden. Die 15a-Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern zur Bildung wollen ÖVP und FPÖ auflösen und zu einer einzigen zusammenführen. Und - wie bereits berichtet - werden die Eltern wieder stärker in die Pflicht genommen: Bildung wird zur Pflicht, an die Einhaltung wird der Bezug von Sozialleistungen gekoppelt.

Michael Pichler, Kronen Zeitung

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