Fr, 14. Dezember 2018

"Neuer Rekord"

28.11.2017 22:07

Nordkorea feuert "höchstfliegende" Rakete ab

Südkorea hat am Dienstag einen neuen Raketentest Nordkoreas vermeldet. Die Rakete sei von der Provinz Süd-Pyongan aus in östliche Richtung abgefeuert worden, teilte das südkoreanische Militär mit. Die USA bestätigten den ersten derartigen nordkoreanischen Test seit September. Aus Japan hatte es erst kürzlich geheißen, dass man in Tokio Funksignale aufgefangen habe, die vage auf Vorbereitungen eines weiteren Starts einer Rakete hindeuten könnten.

Bei dem jüngsten Raketentest Nordkoreas handelte es sich laut dem Pentagon um einen "neuen Rekord". Die Interkontinentalrakete sei so hoch geflogen wie noch keine bisher vom Regime von Diktator Kim Jong Un abgefeuerte Rakete, sagte US-Verteidigungsminister James Mattis.

US-Präsident Donald Trump reagierte verhalten auf den Raketentest. Die USA würden sich "darum kümmern", sagte er am Dienstag. Details nannte er nicht, nur so viel: "Das ist eine Situation, mit der wir umgehen werden."

Nach Angaben aus Tokio landete die nordkoreanische Rakete 250 Kilometer vor der Küste Japans im Japanischen Meer. Der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera teilte mit, die Rakete sei westlich der Präfektur Aomori niedergegangen. Die Rakete sei so hoch wie nie eine zuvor geflogen.

Südkorea reagiert mit Raketenübung
Südkoreas Militär reagierte nur fünf Minuten nach dem Raketenstart mit einer 20-minütigen Raketenübung, wie der Generalstab berichtete. Die Bodentruppen sowie die Luftwaffe und die Marine seien daran beteiligt gewesen. Es seien Zielübungen mit Raketen unternommen worden, die die Entfernung zu Nordkoreas Abschussstelle Pyongsong nördlich von Pjöngjang simulierten. Die südkoreanischen Streitkräfte hätten drei Raketen der Typen Hyunmoo-II, Haesong-II und Spice-2000 abgeschossen.

Japan, die USA und Südkorea beantragten umgehend eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. Das Treffen soll voraussichtlich am Mittwoch stattfinden. Im Sicherheitsrat sitzt mit China der einzige noch verbliebene Verbündete Pjöngjangs.

EU und NATO verurteilen Raketenabschuss aufs Schärfste
EU und NATO haben den jüngsten Raketenabschuss Nordkoreas aufs Schärfste verurteilt. "Das ist ein weiterer Bruch zahlreicher UNO-Sicherheitsratsresolutionen, der die regionale und internationale Sicherheit untergräbt", urteilte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstagabend. "Nordkorea muss wieder in einen glaubwürdigen und gehaltvollen Dialog mit der internationalen Gemeinschaft eintreten."

Laut südkoreanischer Einschätzung ist das Raketenprogramm Nordkoreas weiter entwickelt als bisher gedacht. "Experten denken, dass Nordkorea noch zwei bis drei Jahre braucht", sagte Südkoreas Minister für die Wiedervereinigung, Cho Myoung Gyon. Das Land komme jedoch bei der Entwicklung schneller voran als gedacht. "Wir können nicht ausschließen, dass Pjöngjang sein Atomprogramm in einem Jahr für abgeschlossen erklärt."

Nordkorea arbeitet trotz UNO-Sanktionen an der Entwicklung von Atomwaffen sowie Raketen, mit denen das US-Festland getroffen werden kann. Das international nahezu völlig isolierte Land hat dazu mehrere Tests absolviert. Das und ein monatelanger verbaler Schlagabtausch zwischen der nordkoreanischen Führung und US-Präsident Trump schüren Sorgen vor einer militärischen Eskalation.

Hawaii führt wegen Nordkorea wieder Sirenenwarnungen ein
Vor dem Hintergrund einer möglichen Bedrohung durch Nordkorea nimmt der US-Bundesstaat Hawaii wieder Sirenenwarnungen vor einem möglichen atomaren Angriff auf. Das Signal solle am Freitag zum ersten Mal seit dem Ende des Kalten Krieges wieder ertönen, berichteten US-Medien am Dienstag. Hawaiis Einwohner sollen so für einen möglichen Ernstfall sensibilisiert werden.

Pjöngjang hatte in den vergangenen Monaten mehrfach gedroht, US-Gebiet zu attackieren. Hawaii liegt etwa 7400 Kilometer von Nordkorea entfernt. Dort leben rund 1,4 Millionen Menschen. Auf Hawaii ist auch das Pazifikkommando der US-Flotte stationiert.

US-Außenminister hofft weiter auf diplomatische Lösung
US-Außenminister Rex Tillerson hatte jüngst weiter Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Konflikts geäußert. "Viele sind der Auffassung, dass bedeutende Resultate erzielt werden", sagte Tillerson vergangene Woche über die US-Strategie des "maximalen Drucks". Es gebe "gesicherte Anzeichen" dafür, dass Nordkorea vor einem Versorgungsproblem bei Treibstoff steht und die Staatseinnahmen deutlich sinken.

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