Sa, 21. Juli 2018

Förderungen enden

28.11.2017 16:30

Bauern schlagen Alarm: Holzkraftwerke in Gefahr

Nach dem Kampf ist vor dem Kampf: Der lange Einsatz der Landwirte für ihre gefährdeten Biogasanlagen wurde heuer mit einem neuen Gesetz - und einem Zeitgewinn von drei Jahren - belohnt. Jetzt neigen sich die Förderungen für 130 Biomasse-Heizkraftwerke zu Ende, Bauernvertreter erhöhen daher den Druck.

Es war fünf vor Zwölf, als das Parlament im Juni endlich eine kleine Ökostromnovelle beschloss - nach drei Jahren Verhandlungszeit! Etwas aufatmen können dadurch die Betreiber von Biogasanlagen: Die auslaufenden Förderverträge wurden vorerst einmal verlängert.

Nicht geregelt ist im neuen Gesetz das Schicksal der österreichweit 130 Biomassekraftwerke (28 davon in der Steiermark). Mitte der 2000er, als Ökostrom-Aufbruchstimmung herrschte, wurden die Anlagen errichtet und erhielten für 13 Jahre einen geförderten Tarif für ihren erzeugten Strom. Danach sollte der Marktpreis so hoch sein, dass keine Förderung mehr notwendig ist. Weit daneben! "Der Strompreis ist an der Börse so niedrig wie nie", sagt die deutsche Energieökonomin Claudia Kemfert, die auf Einladung der Landwirtschaftskammer am Dienstag in Graz zu Gast war.

Die Zeit drängt
Viele Biomasse-Förderverträge laufen Ende 2018, noch mehr Ende 2019 aus - die Zeit drängt. "Wenn die neue Regierung steht, müssen die notwendigen Entscheidungen rasch getroffen werden", appelliert der österreichische Kammerpräsident Hermann Schultes. Im nächsten Jahr müsse es eine große Ökostromnovelle geben, sonst würden Atom- und Kohlestrom wieder zunehmen. Immerhin: Die Signale aus den Koalitionsverhandlungen zwischen VP und FP sollen gut sein.

Daten & Fakten

  • In Österreich sind 130 sogenannte Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (Holzkraftwerke) in Betrieb. Sie erzeugen aus niedrigwertigen Waldhölzern, Rinden, Sägenebenprodukten, Industrieresthölzern und Recyclingholz pro Jahr circa zwei Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom. Weiters liefern sie 4,5 Milliarden kWh Wärme - alleine in der Steiermark werden etwa 220.000 Haushalte versorgt.
  • Der Marktwert des eingespeisten Stroms lag 2016 bei insgesamt 54 Millionen Euro. Die Förderungen betrugen 209 Millionen Euro, waren also fast viermal so hoch!

Jakob Traby, Kronen Zeitung

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