Mi, 17. Oktober 2018

Pflegeheim-Drama

29.11.2017 06:31

Konsequenz nach Tod: Sicherung gegen Verbrühen

Nach dem Verbrühungs-Tod des 69-jährigen Maximilian P. beim Baden in der Wohngruppe "Saphir" des Pflegeheims Hartheim bei Alkoven gibt es erste technische Konsequenzen: Eine Spezialsicherung soll dafür sorgen, dass der Wasser-Temperaturregler künftig nur noch von Pflegekräften verändert werden kann.

58 Grad war das Badewasser heiß, das am 14. November dem auf einen Rollstuhl angewiesenen "Maxi" - wie der Bewohner von allen liebevoll genannt wurde - zum Verhängnis geworden ist. Eine Betreuerin (52) hatte den Schützling zunächst mit einem Hebelift in die Pflegewanne gesetzt, Wasser einlaufen lassen und währenddessen den Raum kurz verlassen, um sein Bett zu machen. Die Tür ließ sie offen stehen.
"Leider hat sie aber nicht kontrolliert, welche Temperatur das Badewasser hatte - das war gegen die Vorschriften, somit offenbar ein menschliches Versagen", sagt Renate Hackl, Gruppenleiterin der Behindertenhilfe des Landes Oberösterreich. Als die Betreuerin den 69-Jährigen plötzlich schreien hörte, lief sie sofort zurück, leistete Erste Hilfe und alarmierte den Arzt und die Rettung. Doch die Verbrennungen bei Maximilian P. waren so gravierend, dass er am 23. November an den Folgen im Krankenhaus starb.

Psychologische Betreuung
Gegen die Mitarbeiterin, sie ist seit fast 30 Jahren im Institut Hartheim tätig und seit 20 Jahren auch für Maximilian P. mitzuständig, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachtes der fahrlässigen Tötung. Die Frau, die ihren Fehler sehr bedauert, muss seit dem Vorfall psychologisch betreut werden.

Schutzvorrichtung
Wer das mit einer Schnappsicherung versehenen Thermostat hochgedreht hat, ist unklar. Dafür in Frage kämen etwa Reinigungskräfte oder Mitbewohner. Als Konsequenz soll nun der Verbrühungsschutz verbessert werden. "Künftig wird man die Temperatur nur noch mit Hilfe einer Kappe, die wie ein Schlüssel funktioniert, individuell verändern können", sagt Hackl. Nur Pflegekräfte werden eine solche haben - dürfen sie nicht aus Hand geben.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Nach 0:2 in Dänemark
Teamchef Foda: „Wir hatten keine Zielstrebigkeit“
Fußball International
2:6 gegen Zürich Lions
Vienna Capitals in Champions Hockey League out!
Eishockey
Klare Niederlage
Das war nichts! Österreich in Dänemark chancenlos
Fußball International
1:2 beim Weltmeister
Deutschland verliert auch in Paris! Jogi, was nun?
Fußball International
Neymar & Co. siegen
Später Erfolg! Brasilien ringt Argentinien nieder
Fußball International
Spiele manipuliert?
Betrugs-Skandal in Belgien: U-Haft verlängert!
Fußball International
Gruppenplatz 2 fixiert
ÖFB-U21 wahrt EM-Chance mit irrem 3:2 gegen Russen
Fußball International
Neuer Strafenkatalog
Bundesliga setzt gegen „böse Fans“ auf Punktabzüge
Fußball National
Brisanter #brennpunkt
Innenminister Kickl im Talk mit Katia Wagner
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.