Do, 19. Juli 2018

Pflegeheim-Drama

29.11.2017 06:31

Konsequenz nach Tod: Sicherung gegen Verbrühen

Nach dem Verbrühungs-Tod des 69-jährigen Maximilian P. beim Baden in der Wohngruppe "Saphir" des Pflegeheims Hartheim bei Alkoven gibt es erste technische Konsequenzen: Eine Spezialsicherung soll dafür sorgen, dass der Wasser-Temperaturregler künftig nur noch von Pflegekräften verändert werden kann.

58 Grad war das Badewasser heiß, das am 14. November dem auf einen Rollstuhl angewiesenen "Maxi" - wie der Bewohner von allen liebevoll genannt wurde - zum Verhängnis geworden ist. Eine Betreuerin (52) hatte den Schützling zunächst mit einem Hebelift in die Pflegewanne gesetzt, Wasser einlaufen lassen und währenddessen den Raum kurz verlassen, um sein Bett zu machen. Die Tür ließ sie offen stehen.
"Leider hat sie aber nicht kontrolliert, welche Temperatur das Badewasser hatte - das war gegen die Vorschriften, somit offenbar ein menschliches Versagen", sagt Renate Hackl, Gruppenleiterin der Behindertenhilfe des Landes Oberösterreich. Als die Betreuerin den 69-Jährigen plötzlich schreien hörte, lief sie sofort zurück, leistete Erste Hilfe und alarmierte den Arzt und die Rettung. Doch die Verbrennungen bei Maximilian P. waren so gravierend, dass er am 23. November an den Folgen im Krankenhaus starb.

Psychologische Betreuung
Gegen die Mitarbeiterin, sie ist seit fast 30 Jahren im Institut Hartheim tätig und seit 20 Jahren auch für Maximilian P. mitzuständig, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachtes der fahrlässigen Tötung. Die Frau, die ihren Fehler sehr bedauert, muss seit dem Vorfall psychologisch betreut werden.

Schutzvorrichtung
Wer das mit einer Schnappsicherung versehenen Thermostat hochgedreht hat, ist unklar. Dafür in Frage kämen etwa Reinigungskräfte oder Mitbewohner. Als Konsequenz soll nun der Verbrühungsschutz verbessert werden. "Künftig wird man die Temperatur nur noch mit Hilfe einer Kappe, die wie ein Schlüssel funktioniert, individuell verändern können", sagt Hackl. Nur Pflegekräfte werden eine solche haben - dürfen sie nicht aus Hand geben.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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