Di, 23. Oktober 2018

St. Veit an der Glan

28.11.2017 13:41

NS-Opfer sucht Freunde von damals

Sie war als Zwangsarbeiterin in St. Veit und Friesach, hat aber schöne Erinnerungen an Kärnten. Nun kommt die 91-jährige Maria zurück und hofft, ihre Freunde zu treffen.

"Liebe Bewohner der Stadt St. Veit", grüßte Maria Trofimovna Sosnovska in einer Videobotschaft (siehe unten) auf Ukrainisch im Sommer. Sie dankte allen Bewohnern der Stadt, die ihr und anderen Zwangsarbeitern geholfen haben. Kleidung und Schuhe habe sie bekommen, als sie von 1942 bis 1944 in einem Haus in St. Veit untergebracht war, vermutlich in der Parkgasse, und von 1944 bis 1945 in der Friesacher Leinenweberei als Arbeiterin eingesetzt wurde. "Niemand hat uns beleidigt. Alle, die zur Zwangsarbeit dort waren, sind aus Ihrer Stadt nach Hause zurückgekehrt. Vielen Dank!"

Ehemalige Zwangsarbeiterin will zurück nach Kärnten
Mit dieser Botschaft knüpfte die deutsche Stiftung "Erinnerung, Verantwortung & Zukunft", die NS-Opfern hilft, den Kontakt von der Ukraine nach Kärnten. Der St. Veiter Bürgermeister Gerhard Mock fragte die Dolmetscherin nach Sosnovskas Herzenswunsch: "Sie will noch einmal nach Kärnten, die Orte von damals besuchen und Zeitzeugen treffen." Eine Organisation aus der Ukraine übernimmt die Reisekosten, die Stadt St. Veit sorgt für Übernachtung und Begleitung des Gastes.

Suche nach Freunden von damals
"Wir haben schon Kontakt mit der letzten Betreiberfamilie der Textilmanufaktur Friesach aufgenommen. Dort hatte Frau Sosnovska ja mit anderen Zwangsarbeitern und Kärntnern gearbeitet. Wir hoffen, dass sich Freunde von damals melden", so Andreas Reisenbauer von der Stadt St. Veit. Geplant ist auch ein Besuch in der NMS St. Veit. "Es ist wichtig, dass unsere Kinder aus erster Hand erfahren, wie schwer die Zeiten für die zivilen Opfer des Krieges waren", meint Mock.

Viele gute Erinnerungen an Kärnten
Die 91-Jährige hat aber viele gute Erinnerungen an Kärnten, vor allem an Maria Mörthenhuber, bei der sie gewohnt hatte. Die St. Veiterin machte Limonade, die ihr beeinträchtigter Bruder Hans auslieferte. Gegenüber war, so die Erinnerung Sosnovskas, ein Schlosser angesiedelt - vermutlich die Firma Triebelnig -, der eine Tochter hatte.

"Frau Sosnovska hofft so sehr, Freunde von damals zu treffen. Daher bitten wir alle, die sich oder Bekannte auf einem der Fotos erkennen oder sich an die Zeit erinnern, sich zu melden unter 04212/ 5555 14", so Andreas Reisenbauer, der auch unter andreas.reisenbauer@ stveit.com erreichbar ist.

Christina Natascha Kogler, Kärntner Krone

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