Mo, 10. Dezember 2018

Lokalaugenschein

23.11.2017 17:32

Bauarbeiten im Semmeringtunnel nehmen Fahrt auf

Verzögerungen, Einsprüche, Zwangspausen: Die Geschichte des im Endausbau 27 Kilometer langen Semmering-Basistunnels ist zäh, aber jetzt ist das Mega-Projekt auf Schiene. Alle Bescheide sind rechtskräftig, die Arbeiten bei den vier Großbaustellen voll angelaufen. Ab nächstem Jahr bohren sich zudem zwei mächtige Vortriebsmaschinen durch den Berg. Die "Krone" war bei einem Lokalaugenschein unter Tage.

Mit rasanten 230 km/h sollen Züge in neun Jahren durch den Tunnel flitzen. Heutzutage werden die Fortschritte noch in ein paar Meter pro Tag gemessen. Beispiel Göstritz auf der niederösterreichischen Seite: Hier erfolgt ein Zwischenangriff. Das bedeutet: Es wird aus dem Berg heraus in beide Richtungen gearbeitet. Dafür muss man aber zuerst in die Tiefe kommen.…

Über einen langen Verbindungsstollen erreichen wir eine Baustelle im Berg. Über uns 250 Meter Gestein. Genauso tief werden die beiden Schächte sein, die hier in Kürze entstehen. Bohren, sprengen, baggern, sichern: Ein solcher Durchgang dauert 24 Stunden, eine mühsame Arbeit. In gut einem Jahr sind die Schächte fertig. Dann kann an ihrem tiefsten Punkt der eigentliche Bau der Röhren beginnen.

Riesen-Bohrer in der Steiermark
Anderswo sind die ÖBB schon weiter: Vom Tunnelportal in Gloggnitz (NÖ) ist man bereits 2,3 Kilometer tief im Berg; bei der Baustelle in Grautschenhof (Stmk.) hat der Vortrieb begonnen. Spektakulär wird’s im steirischen Fröschnitzgraben, wo ab Februar zwei riesige, in Frankreich hergestellte Vortriebsmaschinen zusammengebaut werden. Die bis zu 108 Tonnen schweren Einzelteile müssen dazu über Schächte 400 Meter in die Tiefe gehoben werden. Die erste Maschine soll im Mai loslegen, die zweite Maschine vier Monate später.

"Ab Ende 2018 haben wir 14 Tunnelvortriebe gleichzeitig", freut sich ÖBB-Projektleiter Gerhard Gobiet. Läuft alles nach Plan, soll es 2022 im Bereich des Stuhlecks den ersten Tunneldurchschlag geben. Der Rohbau soll 2024 stehen.

Im Koralmtunnel steckt Bohrer schon wieder
Beim zweiten steirischen Mega-Projekt läuft es derzeit nicht gut: In der Südröhre des Koralmtunnels steckt der Riesen-Bohrer wie schon im Sommer fest! Er muss abermals mühevoll freigelegt werden.

Jakob Traby, Kronen Zeitung

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