Mi, 15. August 2018

Spurlos verschwunden

21.11.2017 09:26

U-Boot-Suche: Sauerstoff für Besatzung wird knapp

Bei der Suche nach dem im Südatlantik verschollenen argentinischen U-Boot "ARA San Juan" läuft den Rettern die Zeit davon. Die 44-köpfige Besatzung verfügt über Sauerstoffreserven für sieben Tage, sollte das U-Boot nicht auftauchen können. Die letzte Funkverbindung gab es am vergangenen Mittwoch.

Damals teilte die Besatzung mit, es habe einen Kurzschluss im Batteriensystem an Bord gegeben, wie ein Sprecher der argentinischen Marine am Montag bekannt gab. Seitdem gab es keinen Kontakt mehr zum U-Boot. Sollte das Boot seitdem unter Wasser sein, könnte die Besatzung nur noch für 48 Stunden Sauerstoff haben.

Signale doch nicht von "ARA San Juan"
Ein im Meer von zwei argentinischen Kriegsschiffen über Echolot empfangenes Geräusch hatte am Montag die Hoffnung geweckt, es könnte von dem verschollenen U-Boot ausgegangen sein. Ein hochmodernes US-Seefernaufklärungsflugzeug des Typs Boeing P-8 übernahm eine Aufzeichnung des Geräuschs. Mit einer speziellen Software wurde jedoch festgestellt, dass es nicht vom U-Boot herrühre, sondern wahrscheinlich biologischen Ursprungs sei, erklärte am Montagabend der argentinische Marinesprecher Enrique Balbi.

Kurz zuvor hatten die Angehörigen der Besatzung, die auf dem Marinestützpunkt von Mar del Plata auf Nachrichten harren, eine weitere Enttäuschung erlebt. Sieben gescheiterte Anrufversuche eines Satellitentelefons wurden darauf untersucht, ob sie von der "ARA San Juan" aus gestartet wurden. Auch hier stellte sich nach einer Recherche des Satellitenunternehmens Iridium heraus, dass die Spur nicht zu den Verschollenen führte.

Größter Marine- und Lufteinsatz seit Falklandkrieg
An der internationalen Suchaktion nehmen 14 Schiffe und zehn Flugzeuge teil, darunter hoch spezialisierte Einheiten aus Großbritannien, den USA und Brasilien. Es handelt sich um den größten Marine- und Lufteinsatz im Südatlantik seit dem Falklandkrieg 1982 zwischen Argentinien und Großbritannien. Auch ein britisches Schiff und ein Flugzeug der Royal Air Force, die auf Falkland stationiert sind, nehmen an der Rettungsaktion teil.

Zum Zeitpunkt der letzten Funkverbindung fuhr das U-Boot durch den Golf von San Juan südöstlich der Halbinsel Valdes. Dort herrschte schwerer Seegang. Die anhaltend hohen Wellen von bis zu sieben Metern und der starke Wind von bis zu 70 Kilometern pro Stunde erschwerten die Suche und störten die Echoortung. Die Wetterbedingungen sollten sich jedoch am Dienstag bessern.

Vorbereitungen für Bergung vom Ozeangrund
Neben der systematischen Suche auf einer Meeresfläche von mehr als 43.000 Quadratkilometern wird bereits eine eventuelle Bergung am Ozeangrund vorbereitet. Vier Transportflugzeuge der US-Navy mit einem Mini-U-Boot, einem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug und weiterer Ausstattung zur Tiefsee-Bergung wurden vom Southern Command mit Sitz in Florida zum patagonischen Hafen von Comodoro Rivadavia entsandt. Von dort aus soll das Material gegebenenfalls an Bord eines Schiffes des französischen Erdölunternehmens Total zum Einsatz bei einer Unterwasserbergung transportiert werden. Das kleine Rettungs-U-Boot kann bis zu sechs Menschen auf einmal aus einem gekenterten U-Boot bergen.

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