Do, 13. Dezember 2018

110-kV-Kabelring

20.11.2017 16:36

Graz hat neue Strom-Hauptschlagader

In 15 Jahren Bauzeit hat die Energie Steiermark in Graz einen unterirdischen 110-kV-Kabelring verlegt, der die Stromversorgung in der Stadt für die kommenden Jahrzehnte sichern soll. 70 Millionen Euro wurden in das Megaprojekt investiert, das nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit umgesetzt wurde. Am Montag nahm man die neue "Strom-Hauptschlagader" in Betrieb.

Die Bevölkerung von Graz wächst rasant, laut Prognosen um 50.000 Einwohner bis 2030. Schon um die Jahrtausendwende sei absehbar gewesen, „dass das alte Leitungsnetz durch die wachsende Zahl an Stromkunden bald seine Kapazitätsgrenze erreichen wird“, sagt Christian Purrer, der Vorstandssprecher der Energie Steiermark. 2002 wurde daher mit der Planung eines neuen Kabelrings – der alte ist bereits mehr als 40 Jahre alt – begonnen.

Die Leitungstrasse ist  19 Kilometer lang und verläuft in einer Art Kreis unter der gesamten Stadt. 65 Kilometer modernste Hochleistungskabel wurden verlegt. Der Bau war laut dem Projektleiter Manfred Scherzer eine große Herausforderung, da die Trasse zum Teil unter stark befahrenen Straßen, wie z.B. der Wickenburggasse, verläuft.

Wichtig ist der Kabelring auch für den Wirtschaftsstandort Graz, insbesondere für energieintensive Betriebe wie die Marienhütte und Magna, oder auch das LKH.

Stromversorgung für Jahrzehnte gesichert
Die Stromversorgung in der steirischen Hauptstadt sei nun "zumindest für die nächsten 50 Jahre" abgesichert, erklärt Purrers Vorstandskollege Martin Graf. Und auch für die Zeit danach hat man bereits vorgesorgt: So wurde ein zusätzliches Rohrsystem verlegt – damit nicht wieder alles aufgegraben werden muss, wenn der Kabelring irgendwann an die Grenzen seiner Kapazität stößt.

Ernst Grabenwarter, Kronen Zeitung

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