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19.11.2017 15:53

Das ist Australiens bekannteste Exorzistin

Mit zittrigen Händen hält der Priester dem Besessenen ein Kreuz vor das Gesicht und spricht Gebete, während dieser seinen Körper in alle möglichen Richtungen verrenkt und flucht. Solche oder ähnliche Szenen kennt man aus zahlreichen Horrorfilmen, in denen es um Exorzismus geht. Dass es aber längst nicht so brutal zugeht, beweist die Australierin Lizzy Rose. Sie führt die Teufelsaustreibungen seit Jahren in ihrem "Hexenhaus" in einem Vorort von Melbourne in entspannter Atmosphäre durch. Die 47-jährige wird in australischen Medien als bekannteste Exorzistin in Down Under bezeichnet.

Die katholische Kirche lehrt, dass dem Menschen feindlich gesinnte Geistwesen ständig versuchen, Einfluss auf Personen zu gewinnen und sie von Gott abzuwenden. In einigen seltenen Fällen können diese Wesen eine Person ganz in ihre Gewalt bringen. Dann spricht man von Besessenheit. Solche Zustände haben demnach nichts mit psychischen Erkrankungen zu tun und sind laut Kirche von diesen scharf abzugrenzen. Sie gingen mit Phänomenen wie plötzlichem abnormen Kraftzuwachs, Sprechen in zuvor unbekannten (auch antiken) Sprachen und Abscheu vor "heiligen" Gegenständen wie etwa Kruzifixen oder Weihwasser einher.

Internationale Exorzisten-Vereinigung vom Vatikan anerkannt
Der sogenannte feierliche Exorzismus, der bei vermuteter Besessenheit Anwendung findet, besteht im Grunde aus einer Reihe von kirchlich approbierten Gebeten und muss immer von einem speziell ausgebildeten und vom Bischof beauftragten Priester vorgenommen werden. Im Gegensatz zu manchen medialen Darstellungen wird die behandelte Person dabei in keiner Weise körperlich drangsaliert oder gar gequält. Erst vor drei Jahren wurde die 1994 gegründete Internationale Vereinigung der Exorzisten vom Vatikan offiziell anerkannt.

Auch die 47-jährige Lizzy Rose vermeidet körperliche Gewalt, sie kämpft laut eigenen Aussagen "außerhalb des Opferkörpers mit dem Dämon". Trotzdem könne es bei der behandelten Person in einigen "schweren Fällen" zu Nasenbluten, Blutergüssen, Verrenkungen usw. kommen, meint sie im Gespräch mit der Nachrichtenseite news.com.au. Eine Redakteurin durfte einer Teufelsaustreibung in Roses Haus beiwohnen und diese auch filmen.

"Hexenhaus" mit Blut und Plazenta-Teilen im Kühlschrank
Eigentlich handelt es sich mittlerweile nach einigen Umbauten um eine Art Tempel. Bereits von der Straße aus sieht man Ziegenschädel in einer Kiste vor der Eingangstür. Ausgedruckte Pentagramme zieren die Fensterscheiben. Über der Eingangstür sind Symbole, die mit menschlichem Blut aufgemalt sind. Diese Hexen-Atmosphäre wird im Inneren des Gebäudes noch um ein Vielfaches verstärkt, wie die Redakteurin anschaulich berichtet. Am Fußboden prange ein riesiges Pentagramm, Traumfänger hingen von der Decke. In der Küche finde man kaum Essbares. Neben Kräutern und toten Fröschen gebe es Blut und sogar Plazenta-Teile, die im Kühlschrank "konserviert" würden.

Die 59-jährige Patientin, die diesmal an der Reihe ist, glaubt, sie sei von den Eltern ihres Ex-Freundes verflucht worden. Seit Jahren würde Bianca von "Dämonen" gequält, sie habe bereits einige Male an Selbstmord gedacht, heißt es. Das Ritual beginnt mit Entspannungsmusik, während Rose eine Checkliste mit wichtigen Fragen durchgeht. Da sich immer wieder Patienten übergeben, fragt die Exorzistin, ob die 59-Jährige etwas gegessen habe. Als die Frage mit Nein beantwortet wird, zeigt sich Rose froh - "braves Mädchen".

Verbindung zwischen Dämonen und Körper mit Schwert getrennt
Danach wird die Musik abgedreht und das Ritual beginnt: Bianca, ganz in Weiß gekleidet, muss sich auf das Pentagramm am Boden legen. Eine Kette wird um ihren Hals gelegt, ihre Hände werden leicht zusammengebunden. Dann spricht Rose ihre Gebete und verwendet alle möglichen Gegenstände, um die bösen Geister auf sich aufmerksam zu machen und aus dem Körper zu holen. Ein stumpfes Schwert, dessen Klinge am Körper der Patientin von der Stirn bis zu den Füßen entlanggleitet, soll die Verbindung zwischen den Dämonen und Bianca trennen.

Am Ende wird noch eine Flüssigkeit bestehend aus Wein, Knochenteilen, Efeu und anderen Pflanzen über den Körper Biancas geschüttet. Da es während der gesamten Zeremonie keine dämonischen Zeichen gegeben habe, könne man davon ausgehen, dass die Frau gar nicht besessen gewesen sei, meint Rose. Der "menschliche Fluch" sei eben nicht so stark wie "ein dämonischer", so die Exorzistin gegenüber news.com.au. Wirklich "schlimme Fälle" behandelt Rose laut eigener Aussage nicht mehr in ihren eigenen vier Wänden - zum Schutz ihrer Familie.

"Ich bin eine Chirurgin der Psyche"
Man darf davon ausgehen, dass der Bericht von diesem Exorzismus der 47-Jährigen Rose noch mehr Arbeit bescheren wird. Derzeit hat sie ungefähr 60 Anfragen aus der ganzen Welt. "Die Nachfrage nach meinen Diensten korreliert mit meinem Bekanntheitsgrad", erklärt Rose, die im Alter von vier Jahren Augenzeugin einer "furchteinflößenden" Teufelsaustreibung wurde und dennoch im Teenageralter ein ausgeprägtes Interesse für Magie und Esoterik entwickelte. Die Australierin arbeitet übrigens eng mit einem Allgemeinmediziner zusammen. Patienten, die ihrer Einschätzung nach nicht besessen sind, schicke sie zu diesem Arzt. Sich selbst sieht Rose als "Chirurgin der Psyche".

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