16.04.2003 21:53 |

Blutrünstig

Vampir als Lebensretter

In Mythen ist der Vampir ein Untoter, der nachts dem Grab entsteigt und den Lebenden das Blut aussaugt. In der realen Welt genießt er auch keinen guten Ruf, ernährt sich die nur acht Zentimeter lange gleichnamige Fledermaus doch tatsächlich von nichts anderem als von Blut. Doch jetzt könnte sie zum Lebensretter werden.
Nachts fällt der in den tropischen BreitenAmerikas heimische Gemeine Vampir (Desmodus rotundus) überRinderherden her und labt sich an deren Körpersaft. Außerdemist er ein Tollwutüberträger. Doch für manche Menschensoll der Vampir nun zum Lebensretter werden. Wissenschaftler habenin seinem Speichel ein Enzym entdeckt, das die Blutgerinnung hemmt.Das Flattertier braucht es, damit nach dem Biss in den Rinderrückendie Wunde lange blutet - denn anders als sein mythischer Namensgeberist der kleine Vampir kein Blutsauger, sondern er leckt das Blut.Die Mediziner wollen nun mit diesem Protein, das sie "Desmodusrotundus salivary plasminogen activator" (DSPA) nennen, Blutgerinnselin menschlichen Adern auflösen. Solche Blutklümpchensind es, die Herzinfarkte und Schlaganfälle auslösen.
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