Di, 18. Dezember 2018

2 Schüler angezeigt!

16.11.2017 06:21

Amoklauf an Schule in Wels angedroht

Sie lebten in ihrer eigenen Computerspiele-Welt, machten sich so zu Außenseitern - das frustrierte sie, worauf zwei Schüler auf dümmste Art Aufmerksamkeit erregen wollten: Sie drohten Klassenkameraden in der Welser HTL für Chemie und Ingenieurewesen mit einem Amoklauf: "Wir bringen euch alle um!" Sie wurden suspendiert und angezeigt.

In der HTBLA für Chemie und Ingenieurwesen in Wels unterrichten 180 Lehrer etwa 1700 Schüler. Zwei der angehenden Ingenieure verloren den sozialen Anschluss, weil sie sich nur Computerspielen widmeten. Sich im Laufe der Schulzeit immer mehr abkapselten. Der eine ein 18-jähriger Österreicher, der andere ein 17-Jähriger mit Migrationshintergrund. Sie galten in der Schule bald als sozial schwierig, wurden Außenseiter und drohten einen Amoklauf an.

"Wir bringen euch alle um"
Bei dem Duo dürfte sich Frust aufgebaut haben. Oder auch Hass auf Mitschüler, die mit ihnen nichts zu tun haben wollten. Mitte Oktober eskalierte der Konflikt an der Schule in Wels: "Wir bringen euch alle um!", sollen sie Klassenkameraden einen Amoklauf angedroht haben.


Sofort vom Unterricht suspendiert
"Die Schüler haben das ihrem Direktor gemeldet, der die beiden sofort vom Unterricht suspendiert und der Schule verwiesen hat", bestätigt die Sprecherin des Landesschulrates, Andrea Fürtauer-Mann, auf "Krone"-Anfrage. Zusätzlich wurde nach der Drohung unverzüglich die Polizei verständigt und Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet.

Kleinlaut bei der Polizei
Bei den Einvernahmen zeigten sich die beiden kleinlaut, versuchten abzuschwächen: "Wir wollten nur Aufmerksamkeit erregen", beteuern sie. Bei ihrer Drohung hatten die beiden keine Verwendung von Waffen erwähnt, ihren Mitschülern aber einen gehörigen Schrecken eingejagt: "Die haben sich tatsächlich sehr gefürchtet, sind gleich psychologisch betreut worden", bestätigt Fürtauer-Mann den Ernst des Zwischenfalls, und erklärt: "An dieser HTBLA gibt es ein eigenes System, bei dem die Lehrer sofort in Aktion getreten sind und den Schülern geholfen haben - die Polizei hat das sehr gelobt."

Bis zu drei Jahre Haft drohen
Der 17-Jährige wurde von seinen Eltern prompt von der Schule abgemeldet, der 18-Jährige kurz darauf von seinen Eltern ebenfalls. Die Drohung, alle umzubringen, kann den beiden Ex-HTL-Schülern laut Strafgesetzbuch bis zu drei Jahre Haft einbringen. Erst heuer wurde allerdings ein anderer Schüler, dem eine vorgeworfene Amoklauf-Drohung nicht nachgewiesen werden konnte, letztlich vor Gericht freigesprochen.

Johann Haginger, Kronen Zeitung

Hier geht´s zum Experten-Interview mit Primar Michael Merl 

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